Staßfurt l Mario Pich, Stephanie Fröhlke-Friedrich, Thomas Friedrich und Fabian Hebestand kamen extra zur Volksstimme, um die frohe Botschaft zu verkünden. Sie sind der Vorstand eines neuen Vereins, der zur Zeit in Staßfurt entsteht: Die Staßfurter Kultur- und Karnevalsgesellschaft Rot-Weiß (kurz: SKG). Nächste Woche soll es zum Notar gehen, um den Verein offiziell eintragen zu lassen.

Alle vier waren lange beim Staßfurter Karneval aktiv, der durch den Männerchor Staßfurt und weitere Gruppen wie Kindertanzgruppe, Pfefferonies, Salzlanddancer oder Damenelferrat gestaltet wurde. Mario Pich und Matthias Klein sind als "Schunkelbrüder" bekannt. Stephanie Fröhlke-Friedrich leitet die Tanzgruppe Pfefferonies, zu der auch Fabian Hebestadt gehört, und ihr Ehemann Thomas Friedrich kümmert sich mit seinem Kollegen Andreas Duckstein um Licht und Ton.

Nach langem Überlegen haben sie sich mit 14 weiteren Karnevalisten am 2. April getroffen, um einen eigenen Verein zu gründen und sich vom Rest der Staßfurter Jecken zu verabschieden. Mit dem Staßfurter Karneval, wie er bisher stattfand, wollten die Hobbyakteure nicht mehr leben.

"Es herrschte Stillstand. Neue Ideen und Konzepte konnten wir nicht umsetzen. Die jungen Leute hatten nichts zu sagen", erzählt Stephanie Fröhlke-Friedrich. Dazu stand noch die Idee im Raum, dass der Staßfurter Karneval in Aufmachung, Kostümen und Requisiten wieder so gestaltet werden soll wie vor 70 Jahren. Das war zu altmodisch und unmodern für die jungen Tänzer und Sänger.

"Wir wollen alles aktueller und viel peppiger machen", sagt Mario Pich. Den Zuschauern muss es Spaß machen. "Wir wollen einen Event-Karneval, bei dem das Publikum mitmacht und der eine große Party für Jung und Alt ist", erklärt der Sänger. Und es soll keine Büttenreden mehr geben, "bei denen das Publikum zur Zigarettenpause nach draußen flüchtet".

Karneval als große Party für Jung und Alt

"Man muss auch einfach mal mit dem Publikum reden und die Leute fragen, was sie sehen möchten", sagt Thomas Friedrich. Die Jecken wollen das Publikum von den Stühlen reißen. "Modern, erfinderisch, vielfältig" ist das Motto.

"Und wir machen den Karneval für unser Publikum und weil es uns Spaß macht", meint Stephanie Fröhlke-Friedrich. Beim Staßfurter Karneval herrschte bisher teilweise schlechte Stimmung und Konkurrenzkampf - dafür dass es Spaß sein sollte, hat es in letzter Zeit keine Freude mehr gemacht. Außerdem fehlte den Karnevalisten, die nicht im Männerchor waren, das Mitspracherecht bei Vereinsangelegenheiten.

Also: Gesagt, getan. Die jungen Leute gründen einen neuen Verein und haben wichtige Gruppen aus dem "alten" Karneval mitgenommen: Die "Pfefferonies" und damit auch einige Damen der "Salzlanddancer" kommen mit, die Schunkelbrüder, die komplette Licht- und Tontechnik. "Auch ein Männerballett steht so gut wie bereit, ein gemischtes ist in Planung", sagt Stephanie Fröhlke-Friedrich, "und mit dem Ehepaar Boos haben wir auch ein ehemaliges Prinzenpaar." "Obernarr" Dirk Kost ist auch mit von der Partie. Aus den 18 Gründungsmitgliedern sind mittlerweile 26 geworden, Tendenz steigend.

Eine Herzensangelegenheit ist den jungen Jecken die Kinder- und Jugendarbeit. "Was haben wir denn zum Stadtfest? Es kommen Tanzgruppen aus Egeln", sagt Stephanie Fröhlke-Friedrich. Deshalb sollen auch neue Tanzgruppen für Kinder, Jugendliche und junge Erwachse entstehen. Fünf kleine Tänzer, die mitmachen wollen, haben sich schon gefunden.

Und der neue Karnevalsverein will nicht nur einen eigenen Karneval auf die Beine stellen, sondern Staßfurt das ganze Jahr über etwas bieten. "Mit den verschiedenen Gruppen wollen wir Programme aufstellen, die nicht nur beim Karneval stattfinden, sondern bei allen möglichen Festen", sagt Mario Pich. Das Nahziel ist der "Tag der Regionen" in Staßfurt. Dann sollen schon die Shows der ersten Gruppen gezeigt werden.

Zur Zeit ist der neue Karnevalsverein in der Aufbauphase, kümmert sich um die rechtlichen Dinge, macht Konzepte, sucht Sponsoren und vor allem noch mehr Menschen, die Spaß am "Verrücktsein" haben. "Wir freuen uns auf alle, die bei uns mitmachen wollen", lädt Stephanie Fröhlke-Friedrich ein. "Der neue Verein grüßt euch mit dem Schlachtruf SKG Olé!"

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