Wolmirsleben l Mit einem Brief an die Haushalte in der Gemeinde Wolmirsleben sorgt die Freiwillige Feuerwehr Wolmirsleben seit Wochenmitte für Unruhe. "Wolmirslebener und Ihre Kinder in Lebensgefahr", behaupten die Verfasser des Schreibens. Als Absender des Briefes fungiert mit Will van Bommel ein Feuerwehrmann. Erstellt worden sei das Schreiben, so erklärt der Wolmirslebener Wehrleiter Andy Braune auf Volksstimme-Nachfrage, von der Feuerwehr. "Im Namen der gesamten Feuerwehr wurde der Brief erstellt", sagt er. Die Löschwasserversorgung in Wolmirsleben sei unzureichend, erklärt er. Hydranten würden zusammenbrechen, für den Aufbau langer Wegestrecken fehle der Wolmirslebener Wehr die Ausrüstung.

Inhaltlich beschäftigt sich der Brief an die Bürger ebenso mit den Problemen. Zwar verfügt die Wolmirslebener Feuerwehr über Löschwasser auf ihrem Tragkraftspritzenfahrzeug. Allerdings seien die dort befindlichen 500 Liter Wasser nicht ausreichend, schildert der Ortswehrleiter.

Mehrfach habe er sich wegen der Löschwasserfrage an den Verbandsgemeindebürgermeister gewandt, sagt Braune weiter. Bislang habe er auf seine Anfragen keine Antwort erhalten, wirft er dem Bürgermeister vor. Ebenso habe er schon mit dem Wolmirslebener Bürgermeister Knut Kluczka gesprochen, versichert er.

Im für die Ausrüstung der Feuerwehren zuständigen Verbandsgemeinderat war das Thema Feuerwehr Wolmirsleben bislang noch nicht. Bürgermeister Knut Kluczka sagte gestern auf Volksstimme-Nachfrage, dass er den Brief der Feuerwehr nicht kenne. Er habe das Schreiben nicht erhalten. Dabei sollen die Bürger am Ende des Feuerwehrbriefes eine Petition an die Verbandsgemeinde abzeichnen. Hierbei geht es um die Forderung, die Löschwasserversorgung zu verbessern und der Feuerwehr ein mit reichlich Wasser ausgerüstetes Löschgruppenfahrzeug zur Verfügung zu stellen. Wehrleiter Andy Braune rechtfertigt das Schreiben so: "Ich habe die Pflicht, die Bürger zu informieren."

Im Egelner Rathaus hat der Brief bereits für Furore gesorgt. "Das ist eine Bankrotterklärung der Feuerwehr Wolmirsleben", sagt Verbandsgemeindebürgermeister Michael Stöhr. Das Schreiben verunsichere die Bürger, ohne dass es dafür einen Anlass gebe. Die Risiken in den Mitgliedsgemeinden seien, was den abwehrenden Brandschutz anbelangt, hinreichend bekannt. Da die freiwilligen Feuerwehren in den Gemeinden nicht mehr die entsprechende Einsatzstärke vorweisen, werden bei Einsätzen zum Beispiel in Kindereinrichtungen oder Schulen immer mehrere Feuerwehren alarmiert. Nur noch zusammen seien die Wehren in der Lage, einen größeren Einsatz abzuarbeiten. Die Nachbarwehren seien außerdem in unmittelbarer Nähe und könnten in kurzer Zeit vor Ort sein.

Nach dem Schreiben an die Bürger wolle er den Verbandsgemeinderat über die Vorgänge in Wolmirsleben informieren, kündigte Stöhr an. Es sei aber nicht die Zeit, die einzelnen Feuerwehren in den Mitgliedsgemeinden hochzurüsten, sagte er. Personell sei die Wehr nicht entsprechend ausgestattet. Es sei außerdem überhaupt nicht förderlich, der Bevölkerung in einem Brief Angst zu machen, warnte er die Feuerwehr Wolmirsleben. Es gebe eine bestätigte und beschlossene Risikoanalyse, die auf die Schwerpunkte in der Verbandsgemeinde eingeht und Lösungen im Einsatzfall aufzeigt, verwies er.