Staßfurt l "Lebenshilfe gGmbH" ist nicht gleich "Lebenshilfe e.V.". Die "Lebenshilfe Bördeland gemeinnützige Gesellschaft mbH" wurde 1992 gegründet und beschäftigt rund 450 Mitarbeiter und in ihrer Tochterfirma "Böla-Dienstleistungsgesellschaft" noch einmal rund 50 Mitarbeiter. Sie betreibt 18 Kindertageseinrichtungen, in denen 1700 Kinder betreut werden. In den Werkstätten der Lebenshilfe werden rund 400 Menschen mit Behinderung beschäftigt. 200 Menschen wohnen in den Einrichtungen, und rund 30 Senioren leben im Pflegezentrum am Wasserturm.

"Ohne den Verein würde es die Lebenshilfe gGmbH nicht geben", erklärt die neue Vorsitzende des Vereins, Denise Neubert, die Strukturen bei der Lebenshilfe auf Nachfrage. "Gesellschafter sind der Verein `Lebenshilfe Staßfurt und Umgebung e.V.` zu 91 Prozent sowie der Verein `Lebenshilfe Schönebeck`". Zuerst gab es also den Verein. Dieser arbeitet in etwa wie ein Sportverein: Der Vorstand lenkt die Vereinsgeschicke in seiner Freizeit, die Mitglieder bezahlen einen Beitrag. Der Verein verfolgt einen gemeinnützigen Zweck und arbeitet nicht wirtschaftlich.

"Die Gründung der gGmbH war irgendwann notwendig geworden, sonst hätte bei jeder Entscheidung eine Versammlung einberufen werden müssen", so Denise Neubert. So entstand die Lebenshilfe Bördeland gGmbH mit eigener Geschäftsführung und den rund 450 Mitarbeitern. Eine Tochterfirma der Lebenshilfe Bördeland wurde mit der Böla-Dienstleistungsgesellschaft gegründet, die heute 59 Mitarbeiter beschäftigt und Reinigung und Hausmeisterdienste in den Lebenshilfe-Einrichtungen übernimmt.

Höhepunkte und Projekte gefördert

Im Vorstand der beiden "Muttervereine" dürfen nur Personen mitwirken, die nicht bei der Lebenshilfe Bördeland gGmbH arbeiten. So könne der Verein unbefangen arbeiten, erklärt Denise Neubert. Der Verein setzt bei seinen Aktivitäten vorrangig auf Projekte und Investitionen in den Einrichtungen der Lebenshilfe. Außerdem arbeiten die Mitglieder in verschiedenen Arbeitsgruppen Konzepte für die Arbeit mit Menschen mit Behinderungen aus.

Wie aus der kürzlichen Jahreshauptversammlung hervorging, ermöglichte der Verein 2014 einen Ausflug der Fördergruppe - hier werden Menschen betreut, die aufgrund mehrerer Behinderungen nicht in den Werkstätten arbeiten können -, die Neugestaltung eines Raumes in der Kita Borne und einen Ausflug für Bewohner des Mutter-Kind-Hauses.

"Wir werden auch dieses Jahr wieder Projekte für Menschen mit Behinderung fördern", erklärt die Vorsitzende des Vereins, Denise Neubert. "Das sind Fahrten, aber auch Höhepunkte wie das 25-jährige Jubiläum des Vereins, das im September diesen Jahres gefeiert wird. Wir sammeln derzeit noch Ideen", sagt sie.

Die Zahl der geförderten Projekte dürfte 2015 steigen, denn neben den Mitgliedsbeiträgen hat der Verein eine Spende von 17500 Euro von der Böla erhalten. "Es war ein gutes Geschäftsjahr, in dem wir als Verein ein Plus verbuchen konnten", sagt Denise Neubert.

Der Lebenshilfe-Verein hat zur Zeit 617 Mitglieder, davon 106 Menschen mit Behinderung. Der Vorstand wurde vor einem Jahr neu gewählt und ist laut Denise Neubert "derzeit dabei, sich zu finden". Der Vorstand besteht aus der Vorsitzenden Denise Neubert, dem Stellvertreter Riccardo Achilles, dem Kassenwart Mendy Fritzsche und der Schriftführerin Evelyn Schermeng. Zuvor war Dieter Labudde lange Vorsitzender des Vereins.

Familienentlastender Dienst sucht Helfer

Ein nächstes Vorhaben des Vereins ist es, ehrenamtliche Helfer für den familienentlastenden Dienst zu gewinnen. Diese sollen Eltern mit Behinderung bei der Erziehung und Freizeitgestaltung unterstützen.

Die Webseite der Lebenshilfe ist jetzt unter einer neuen Adresse erreichbar: www.lebenshilfe-boerdeland.de.

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