Egeln l Dörtelein begrüßt die ihr unbekannten Besucher auf der Wasserburg Egeln. Die Wolmirslebenerin, die ihren echten Namen nicht nennen will, hat die Veranstaltung auf der Burg organisiert. Unter Pseudonym sind die Schatzsucher unterwegs. Über das Internet haben sich verabredet. Mehr als 100 Geocacher kommen an dem Nachmittag auf die Burg. Es ist ein ständiges Kommen und Gehen.

Dörtelein hat auch etwas zu feiern an diesem Tag. Ihren 10000. Fund. Seit siebeneinhalb Jahren ist sie unterwegs. "Wer einmal damit angefangen kann, kommt schwer davon los", meint sie. In der ganzen Welt liegen inzwischen die Schätze mal mehr oder minder gut versteckt. Im Internet sind die Caches angegeben. Mit der entsprechenden Ausrüstung machen sich die Schatzsucher dann auf den Weg und suchen die Verstecke. Mitgenommen werden sie übrigens nicht. Es wird nur dokumentiert im Internet, was gefunden wurde. Auf der Wasserburg gibt es auch einen Cache, weiß Uwe Lachmuth von der Wasserburg. Früher war das Versteck ein Vogelhaus auf der Oberburg. Irgendwann verschwand der Cache. Heute befinde er sich auf der Unterburg, weiß Uwe Lachmuth.

Dieter Jaeger, der Lebensgefährte von Dörtelein, zeigt was für die erfolgreiche Schatzsuche notwendig ist. Eigentlich reicht ein GPS-Empfänger für den Wanderer. Hier lassen sich die Schätze mit den angegebenen Koordinaten eingeben. Dann muss der Wanderer sich auf den Weg machen. Das Ziel sei nicht der Schatz an sich, sondern die Suche danach. Das macht für die Geocacher den Reiz an ihrem Hobby aus.

Die im Internet angegebenen Koordinaten lassen sich einfach finden. Doch wo der Schatz versteckt ist, wird nicht verraten. Tolle Verstecke haben sich die Hobby-Schatzsucher schon ausgedacht. Immer wieder tauchen Geschichten auf, wo Caches beispielsweise in Leitpfosten versteckt wurden.

Allein in der Egelner Mulde gebe es mehr als 100 versteckte Schätze, bestätigt Dieter Jaeger. Regelmäßig ist er auch im Ausland auf der Suche. Für dieses Jahr hat das Paar schon einige Reisepläne. Mit dabei sind natürlich die handlichen GPS-Empfänger, die die Orientierung in der Landschaft sehr vereinfachen. Allerdings, räumt Dieter Jaeger ein, könnten moderne Mobiltelefone ebenfalls schon gut im Gelände navigieren. Die Telefone haben moderne GPS-Chips verbaut. Mit ihnen ließen sich die Schätze wahrscheinlich ebenso gut finden. Voraussetzung ist dabei natürlich immer die freie Sicht in den Himmel für die Geräte. Damit gibt es bei dem im Wald versteckten Caches am Nachmittag so einige Probleme. Einige Geocacher finden den Schatz einfach nicht. Offenbar ist das Blätterdach über ihnen schon zu dicht, als dass die Zeitsignale der GPS-Satelliten ungehindert den Boden erreichen, meint ein Geocacher zu den Organisatoren. Bei der Fülle der versteckten Caches in der Landschaft dürfte dies aber keine Rolle spielen. Es sind ja noch ausreichend andere Schätze in der Gegend versteckt, deren Suche sich lohnt.

Damit die Stadt Egeln auf die teils weitgereisten Geocacher einen guten Eindruck macht, hat sich der Förderverein der Wasserburg an diesem Sonnabend ins Zeug gelegt. Es gibt Kuchen und Würstchen vom Grill. Niemand muss bei der Veranstaltung unter freiem Himmel hungern oder dursten. Die neue Vorsitzende des Vereins, Doreen Wildt, begrüßt die Geocacher herzlich auf dem mehr als 800 Jahre alten Anwesen. Später kommt Uwe Lachmuth dazu. Angezogen hat er sich das Gewand des einstigen Burgherren. Er bietet den Geocachern einen Ausflug in die Geschichte der Region im Heimatmuseum der Wasserburg an. "Die wahren Schätze gibt es hier zu sehen", sagt er den Besuchern. Bei dem Rundgang zeigt er ihnen die Funde, die in der Region gemacht wurden und etwas darüber aussagen, wie Menschen hier schon vor Tausenden Jahren gelebt haben. Nach einigen Stunden endet das Treffen der Geocacher wieder. Irgendwann treffen sich die Geocacher wieder.

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