Rathmannsdorf ( fro ). Beschlüsse standen zwar nicht auf der Tagesordnung der Ortschaftsratssitzung am Donnerstagabend, genügend Stoff für Debatten boten die Ereignisse der jüngsten Vergangenheit dennoch. So wetterte Regina Newig über den vollkommen ausgebliebenen Winterdienst auf dem Radweg zwischen Rathmannsdorf und Güsten bis zur Gemarkungsgrenze der Nachbarstadt. " Der Weg ist ganz wichtig. Da werden Menschen vom Einkaufen abgehalten, da werden Gaststätten abgeschnitten. Der Weg verbindet nunmal Rathmannsdorf mit dem nächstgelegenen Zentrum ", so die Ortschaftsrätin. Ortsbürgermeister Klaus Magenheimer verteidigte die Stadt Staßfurt. Für die Beräumung sei der Landkreis zuständig, da der Weg an einer Kreisstraße liege.

Aber auch die sei ihren Räumpflichten auf Wegen innerhalb des Ortes nur ungenügend nachgekommen, ergänzte Detlef Holzhauer. " Als es noch einen Gemeindearbeiter gab, war alles machbar. Dann müssen eben für solche Situationen Leute eingestellt werden ", so der Ortschaftsrat. Hierzu bedauerte Magenheimer, dass es beispielsweise versicherungstechnisch nicht möglich sei, zum Beispiel Ein-Euro-Jobber einzusetzen.

Dass es selbst für Firmen nicht ganz so einfach sei, den kommunalen Winterdienst zu unterstützen, wusste Peter Heinrichs zu berichten. Der Landwirt meinte, dass das gut überlegt sein müsse wegen zahlreicher versicherungstechnischer Probleme. Allein schon, wenn man mit Schiebetechnik an geparkten Autos vorbei müsse. Seltsamerweise seien parkende Autos zu Silvester meist von der Straße verschwunden, bei solchen Schneefällen wie zuletzt aber nicht, bemerkte er noch.

Für Peter Frey sei der ganze Streit über Zuständigkeiten – ob Landesstraße, Kreis- oder kommunale Straße – in solchen Extremsituationen überhaupt nicht mehr nachvollziehbar. " Das ist irre. Aber mit der Kreisreform ist ja alles besser geworden ", meinte der Rathmannsdorfer sarkastisch, " die Finanzen reichen einfach vorn und hinten nicht, um die Winterdienste über so große Entfernungen ordentlich arbeiten zu lassen, auch in der Stadt., Unten ‘ wird überall gespart und, oben ‘ nicht wie in allen Bereichen. "

Regina Newig vermisste noch den Schneezaun am Ortsausgang Richtung Güsten. " Da stand Jahrzehnte lang einer. Und dann muss da auch einfach wieder einer platziert werden. " Die Zäune wären in der Vergangenheit nicht nur bei Metalldieben beliebt, sondern auch von Tierhaltern, die mit den Netzen ihre Gehege bestücken, hatte Landrat Ulrich Gerstner kürzlich gesagt, als er allgemein zur Situation der fehlenden Schneezäune angesprochen wurde. Das Problem verstärkt habe, dass die Straßenmeistereien im Herbst nicht auf die Äcker gekommen seien, weil diese durch die starke Vernässung erst spät abgeerntet und dann auch nicht hätten betreten werden können.