Staßfurt l Keine einzige Gegenstimme gab es zum Beschluss zum Bebauungsplan für das neue Feuerwehrgerätehaus in Üllnitz. Zunächst stimmte der Stadtrat einem Abwägungsbeschluss zu. Durch öffentliches Auslegen der Pläne zum Depot wurden alle Behörden und Bürger, die Einwände hatten, angehört.

Unter anderem gab es Bedenken der Anwohner, dass sie durch das Ausrücken der Wehr zu einem nächtlichen Einsatz aus dem Schlaf gerissen werden. Jedoch haben die Behörden festgestellt, dass die nächtlichen Störungen tolerierbar seien, denn die Gefahrenabwehr durch die Feuerwehr diene einem "höherrangigen öffentlichen Zweck", geht aus den Unterlagen hervor.

Es werde sich um durchschnittlich 45 Einsatztage pro Jahr handeln, was keine "Dauerbelastung" für die Anlieger bedeute, urteilte die Kreisverwaltung. Auch weitere Bedenken von Behörden und Fachämtern, wie etwa zur großen Anzahl an Parkplätzen, die im Umfeld entstehen müssen, unterlagen der Bedeutung des Neubaus für das öffentliche Wohl.

"Alle Hinweise sind in den Bebauungsplan eingeflossen", erklärt Oberbürgermeister René Zok auf Anfrage. Bei der Stadtratssitzung folgte der "Satzungsbeschluss zum Bebauungsplan", dem ebenfalls alle Stadträte zustimmten. "Damit haben wir jetzt Baurecht", erklärt Zok.

Baurecht bedeutet aber noch nicht, dass die Bagger gleich anrollen können. "Jetzt muss der Bauantrag gestellt werden, der derzeit durch das Ingenieurbüro erarbeitet wird", so Zok.

Der Bauantrag muss beim Salzlandkreis eingereicht werden. Zirka drei Monate wird die Bearbeitung dort noch einmal dauern.

Wenn die Baugenehmigung erteilt ist, können Fördermittel offiziell zugesagt werden. Der Fördermittelantrag wurde von der Stadtverwaltung Staßfurt bereits gestellt. "Und wir haben auch eine mündliche Zusage, dass die Fördermittel bereit stehen", erklärt René Zok in Bezug auf Gespräche mit dem Innenministerium Sachsen-Anhalts. Die Eigenmittel von 1,2 Millionen Euro für das neue Depot sind im Haushalt der Stadt Staßfurt eingeplant.

Wenn Baugenehmigung und Fördermittelbescheid vorliegen, müssen die einzelnen Aufträge an Baufirmen öffentlich ausgeschrieben und vergeben werden. Danach kann der Neubau beginnen. "Ich denke, wir können froh sein, wenn wir die Grundplatte noch Ende diesen Jahres legen können", schätzt Oberbürgermeister René Zok ein.

Der Großteil der Bauarbeiten wird aber im Jahr 2016 über die Bühne gehen.