Das Staßfurter Netzwerk INS (Inklusion Netz Staßfurt) bereitet jetzt mit Hochdruck die 7. Aktionstage vor. Sie finden vom 4. bis 9. Mai in der Salzstadt statt und sollen die gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen fördern.

Staßfurt l Gestern Vormittag trafen sich die zahlreichen Akteure im Sitzungssaal des Staßfurter Rathauses, um mit der Gleichstellungs- und Inklusionsbeauftragten der Stadt, Christine Fischmann, weitere Absprachen und Vorbereitungen zu treffen. Das Thema lautet dieses Mal "Staßfurt - eine Stadt für alle".

"Unsere wichtigste Aufgabe sehen wir darin, die Menschen für das Thema Inklusion zu sensibilisieren", sagte Fischmann.

Der Startschuss zu den Aktionstagen fällt am Montag, 4. Mai, im Salzlandtheater Staßfurt mit zwei Kinovorstellungen ab 9 und ab 12 Uhr. Dort wird der Film von Til Schweiger "Wo ist Fred?" gezeigt. Weil er dem Sohn seiner Angebeten imponieren will, markiert der kerngesunde Bauarbeiter Fred (Til Schweiger) in diesem Streifen einen Rollstuhlfahrer.

Höhepunkt der Woche ist das große öffentliche Bürgerforum am Dienstag, 5. Mai, 16 Uhr, im Salzlandtheater. Dafür hat der Beauftragte der Landesregierung von Sachsen-Anhalt für die Belange der Menschen mit Behinderungen, Adrian Maerevoet, die Schirmherrschaft übernommen.

Nach seinem Grußwort wird Ralf Hattermann vom Paritätischen über Hilfen für Menschen mit Behinderung reden. Dabei werden seine Worte von einer Gebärdendolmetscherin übersetzt.

Danach gibt es einzelne Themenrunden zur Arbeitswelt, Jugendarbeit, Schule, Kita, zum Sport, zur Kultur und zum Gemeinwesen. Dafür konnten die Veranstalter unter anderem den Landtagsabgeordneten Peter Rotter (CDU), Schulleiter Volker Link, Pädagogik-Bereichsleiterin Heike Stein, Theaterpädagogin Sandy Gärtner und die Hecklinger Organistin Jana Rindermann gewinnen.

Die Ergebnisse aus den Workshops sollen anschließend gemeinsam ausgewertet werden. Zum Nachdenken anregen wird das Künstlerinnen-Duo Ana Anda.

Zu einem gemeinsamen Lernangebot laden am Mittwoch, 6. Mai, Einrichtungen der Lebenshilfe "Bördeland" gGmbH und des Beruflichen Bildungs- und Rehabilitationszentrums Rathmannsdorf Kommunalpolitiker ein.

Ein erlebnispädagogisches Konzept stellt am Donnerstag, 7. Mai, 10 bis 14 Uhr, Trainerin Uta Linde vor. Ziel ist es, die Selbstbestimmung und Teilhabe in der Gesellschaft zu stärken und zu fördern. Dort sollen sich Schülerräte, Bewohnerbeiräte und Werkstatträte mit den Rechten von Menschen mit Behinderung auseinandersetzen.

"Wir möchten, dass die Inklusion Pfeiler des Leitbildes der Stadt Staßfurt wird, um Ängste und Barrieren abzubauen."

Von 9 bis 12 Uhr treten Schüler mit und ohne Behinderung auf dem Sportplatz des Berufsförderungswerkes (Bfw) in Staßfurt-Nord in den sportlichen Wettstreit um den Inklusions-Wanderpokal.

Am Freitag, 8. Mai, steht dann das Salzlandtheater im Mittelpunkt. Von 17 bis 19 Uhr gibt es dort eine öffentliche Probe des Theaterprojektes der Lebenshilfe "Randlichter" sowie ein Kurz-Theaterstück von zwei Frauen der Gehörlosengemeinschaft Sachsen-Anhalt.

Eine Fahrradtour startet am Sonnabend, 9. Mai, 10 Uhr, am Stadtsee über eine Strecke von rund 15 Kilometer vom Baum der Inklusion 2013 zum Baum der Inklusion 2014 am Mehrgenerationen-Spielplatz in Staßfurt-Nord.

Von dort aus geht es über die neue Bodebrücke nach Gaensefurth, wo eine Besichtigung der Schlossbrunnen Wüllner GmbH geplant ist.

Die nächste Etappe führt nach Löderburg zum Wasserturm, der an diesem Tag geöffnet ist und auch bestiegen werden kann. Dort wird es auch einen Imbiss geben, teilten die Veranstalter der Volksstimme mit.

Vom Mehrgenerationenhaus der Umland Wohnungsbaugesellschaft mbH Egeln in Löderburg, wo mit einer Blasenesche um 14 Uhr der Baum der Inklusion 2015 gepflanzt werden soll, geht es dann zurück nach Staßfurt in den Tiergarten.

Dort wird von 15 bis 19 Uhr das diesjährige Miteinanderfest gefeiert wird. Die Trommler- und die Tanzgruppe werden hier zeigen, was sie können. Zur Stärkung der Gäste gibt es einen Inklusions-Kuchen-Stand und einen Grillstand.

Bereits um 13 Uhr besichtigen Mitglieder der Gehörlosengemeinschaft Sachsen-Anhalt das Fahrzeugmuseum auf dem Berlepsch-Schachtgelände in Staßfurt zusammen mit einem Gehörlosendolmetscher.

Wie Christine Fischmann erklärte, handelt es sich bei allen Programmpunkten um öffentliche Veranstaltungen, die jeder Bürger der Stadt besuchen kann.

Möglich werden die 7. Staßfurter Aktionstage nur durch die großzügige Unterstützung der Aktion Mensch, die dafür als Hauptsponsor insgesamt 5000 Euro zur Verfügung stellt. "Die Stadt übernimmt die Bezahlung der Kinoveranstaltungen. Aber auch die anderen Vertreter der Netzwerkgruppe bringen sich mit ein", sagte Fischmann.

"Die Zeit ist reif dafür, dass wir unsere Aktivitäten nicht nur auf Staßfurt begrenzen, sondern auch die Ortsteile einbeziehen, wie dieses Jahr Löderburg", fügte die Inklusionsbeauftragte hinzu.

Die Netzwerkgruppe habe noch viel vor. "Wir möchten, dass die Inklusion Pfeiler des Leitbildes der Stadt Staßfurt wird, um Ängste und Barrieren abzubauen", so Fischmann.

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