Das 25-jährige Bestehen des Staßfurter Bergmannsvereins haben die Kameraden und ihre Gäste Freitagabend in würdigem Rahmen im Sparkassenschiff gefeiert. Ein Höhepunkt war die Auszeichnung von langjährigen Mitgliedern.

Staßfurt l Der Bergmannsverein war im April 1990 gegründet worden. Man habe ihm damals keinen schöneren und besseren Namen geben können wie "Staßfurt, Wiege des Kalibergbaus", sagte Vereinschef Gerald Meyer. "Dieser Name war und ist uns Verpflichtung, die Traditionen und Bräuche der Bergleute des Staßfurter Reviers zu bewahren", fügte er hinzu.

Eigentlich hätte man sich nach der Wende darum bemühen sollen, den 1871 in Staßfurt aus der Taufe gehobenen ersten Bergmannsverein im Kalibergbau wieder zu beleben, sagte der Fachbereichsleiter der Stadtverwaltung, Hans-Georg Köpper, der die Grüße und Glückwünsche von Oberbürgermeister René Zok (parteilos) überbrachte.

"Vor 25 Jahren ist wieder eine starke Gemeinschaft von Bergleuten und Kaliwerkern im Revier entstanden, die in der Staßfurter Region und darüber hinaus zu einem Begriff bergmännischen Brauchtums, Kultur und Tradition geworden ist. Wobei unser Bergmannsverein unter Traditionspflege nicht nur das Auftreten im bergmännischen Habit versteht, sondern auch die tatkräftige Mithilfe bei der Gestaltung des kulturellen Lebens im territorialen Umfeld, insbesondere der Stadt Staßfurt. Das ist uns auch in den 25 Jahren unseres Bestehens auf vielfältige Weise gelungen, womit wir hoffentlich bleibende Spuren hinterlassen haben", sagte Meyer.

Als Beispiele nannte er die Mitwirkung des Vereins bei der Gestaltung der historischen Schachtanlagen, die aktive Museumsarbeit, die bergbauliche Stadtführungen und die aktive Arbeit mit Kindern- und Jugendlichen. Damit spielte der Vereinschef auf die Patenschaft mit der städtischen Kindertagesstätte "Bergmännchen", der Arbeitsgemeinschaft Junge Geologen des Dr.-Frank-Gymnasiums sowie die gute und konstruktive Zusammenarbeit mit dem Jugend- und Blasorchester (JBO) Staßfurt an.

Traditionspflege erlebe der Verein bei den traditionellen Bergaufzügen zur alljährlichen Eröffnung des Staßfurter Salzlandfestes sowie zum Barbaratag.

"Darüber hinaus werden im zweijährigen Rhythmus jeweils zum Tag der Regionen in einem vom Bergmannsverein und dem JBO gestalteten Zeremoniell der Staßfurter Salzfee öffentlich die Insignien ihres Amtes übergeben. Und sie wird in ihr Amt als Vertreter der Salzstadt Staßfurt eingeführt und der Staßfurter Bevölkerung sowie den zahlreichen Gästen vorgeführt", sagte Meyer.

Gefragt sei der Verein auch bei großen bergmännischen Veranstaltungen im gesamten Bundesgebiet als Botschafter der alten Salzstadt. Er könne durchaus eine Menge von Fragen zur Stadt und vor allem zu ihrem Umgang mit der Bergbaugeschichte und den Bergbaufolgen beantworten.

Meyer bedauerte, dass es nicht gelungen sei, die vergangenen fünf Jahre rechtzeitig in einer weiteren Festschrift für alle noch einmal nacherlebbar und anschaulich zu machen. Er versprach, dass man das bis zum Jahresende nachholen werde. Darüber hinaus kündigte Meyer noch eine Ausstellung im Stadt- und Bergbaumuseum Staßfurt zum an.

In der Grußbotschaft des Oberbürgermeisters, die Hans-Georg Köpper verlas, würdigte Stadtchef René Zok die Leistungen des Vereins und seiner Mitglieder. "Sie tragen den Namen der Stadt Staßfurt über die Grenzen der Stadt hinaus und präsentieren uns zu jeder Gelegenheit", lobte der Rathauschef und hob besonders die Aktivitäten im Rahmen der Internationalen Tourismus-Börse in Berlin hervor.

Zu den Gratulanten gehörte der Bergmannsverein Zielitz, der zum 25. Jubiläum in Staßfurt extra einen Teller fertigen lassen hatte. "Uns verbindet eine enge Zusammenarbeit", so Vereinschef Manfred Witzel.

"Ich bin immer wieder begeistert davon, was ihr in jedem Jahr auf die Beine stellt. Das ist für jeden Bergmannsverein beispielgebend. Da können wir uns alle eine große Scheibe von euch abschneiden", sagte der Vorsitzende der Bernburger Bergknappen Moye Henning.

Der Schatzmeister des Männerchores des Staßfurter Handwerks, Wolfgang Sandau, gratulierte Meyer Co. mit den Worten: "Wir unterstützen uns gegenseitig."

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