Sechs Jahrzehnte gibt es den Flugmodellbau in Egeln. Am Wochenende trafen sich noch aktive und frühere Mitglieder zu einer kleinen Feierstunde. Vielleicht die letzte dieser Art für die Fans des lautlosen Fliegens.

Egeln l Mehr als 20 ehemalige Mitglieder, Freunde und Förderer des Flugmodellsports trafen sich am Sonnabend im Kinder- und Jugendfreizeitzentrum. Ernst Herzog hatte sie eingeladen.

Einen Rückblick auf die vergangenen Jahrzehnte sollte es geben. Schließlich feiern die Modellflieger ihr 60-jähriges Bestehen in diesem Jahr, sagte er. Viele Kinder- und Jugendliche, sagte er in einer kleinen Ansprache, haben glückliche Stunden in dem Verein erlebt. Zahlreiche Wettbewerbe bis hin zu Weltcups trugen die Egelner aus.

Die leichten Flieger mit mehr als zwei Meter Spannweite hatten oftmals so gute Flugeigenschaften, dass erste Plätze in den verschiedenen Wertungen sicher waren. Dabei hatte der Modellflug an der Bode mit dem Start der Station der jungen Naturforscher und Techniker begonnen. Ernst Herzog half damals beim Umzug der Einrichtung. "Wir wohnten damals hier gleich nebenan", erinnert er sich. Die Station sollte fortan mit sein Leben bestimmen.

Später arbeitete er ehrenamtlich im Jugendbereich und zeigte Kindern und Jugendlichen die Kniffe beim Bau der großen Flieger. Viele Eindrücke hinterließen allerdings die Fahrten zu Wettkämpfen. Schnell machten sich die Egelner einen Namen innerhalb der Szene. Zahlreiche Titel untermauerten den Ehrgeiz der Modellflieger von der Bode.

Im Namen des Kreissportbundes überreichte der Egelner Bürgermeister Reinhard Luckner als Mitglied des Kreisvorstandes Ernst Herzog die Ehrennadel des Verbandes. Für die Stadt Egeln hatte er eine Widmung anfertigen lassen.

Den Nachmittag nutzten die meist ehemaligen Modellflieger für eine Zeitreise. Im Kinder- und Jugendzentrum befindet sich die kleine Werkstatt der verbliebenen Modellflieger. Hier lagern noch viele Modelle aus glanzvolleren Zeiten.

Mit der Modellfliegerei wird es in Vereinsform wahrscheinlich noch in diesem Jahr vorbei sein, kündigte Ernst Herzog an. Er wolle den Verein zum Jahresende abmelden, sagte er. Nur noch eine Handvoll Mitglieder pflegt das Hobby noch weiter.

Kinder und Jugendliche gehören dem Verein, der jahrzehntelang eine Erfolgsgeschichte in der Kleinstadt schrieb, heute nicht mehr an. Geblieben sind dafür die Erinnerungen an die vergangenen Jahrzehnte. Die hat Ernst Herzog in den vergangenen Monaten aufgearbeitet. Fünf Bände, die sich unterschiedlichen Aspekten der Vereinsarbeit widmen, wolle er noch anfertigen lassen, sagte er. Zwei Bände sind inzwischen fertiggestellt. In einer ganz kleinen Auflage hat er sie drucken lassen.

Bürgermeister Reinhard Luckner würdigte in einer kleinen Ansprache die Erfolge des langen Vereinslebens. Es sei sagenhaft, wie lange der Verein das Leben in der Stadt mitprägte, meinte er. Es sei aber ebenso schade, dass die glanzvollen Zeiten des Modellflugs nun vorbei zu sein scheinen, bedauerte er ebenso.

Stundenlang schwelgten die Modellbauer anschließend in ihren Erinnerungen, sahen sich die Flieger gemeinsam in der Werkstatt an und tauschten sich über die vergangenen Jahre aus. Insgesamt war es ein schöner Nachmittag.

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