Freudige Nachrichten für Glöthe. Der Probepumpbetrieb ist angelaufen und führt das Wasser über den Marbegraben ab.

Glöthe l Der Probepumpbetrieb begann vor zwei Wochen in Glöthe. Zwei Pumpen wurden zuvor im Ruscheschacht - eine davon ist nur für den Fall starker Regengüsse vorgesehen - installiert.

Nach einer Woche hatte sich das Wasser im Ruscheschacht um fünf Zentimeter abgesenkt. Darüber informierte Anke Michaelis-Knakowski, Fachdienstleiterin der Stadtverwaltung Staßfurt für Planung, Wirtschaftsförderung und Liegenschaften. Nach Startschwierigkeiten - die Schläuche hatten sich von allein gelöst - lief der Pumpbetrieb planmäßig. Die Pumpe mit Zeitschaltuhr im Karolinensee in Üllnitz lief ebenfalls mit. Zu beachten ist allerdings, dass es die vergangenen zwei Wochen kaum geregnet hat.

Jetzt, nach zwei Wochen Probepumpbetrieb, hat sich das Wasser im Ruscheschacht um einen halben Meter abgesenkt, informiert Anke Michaelis-Knakowski auf Nachfrage. Die Stadt hat nur für diesen halben Meter eine wasserrechtliche Genehmigung vom Landkreis. Das heißt, der Wasserstand darf nicht noch weiter abgesenkt werden.

Die Absenkung des Wasserstands im Ruscheschacht muss aber noch nichts für die vernässten Keller der Anwohner bedeuten: Wenn man sich das Erdgefüge um den Ruscheschacht wie einen Trichter vorstellt - mit dem See im Zentrum - hat der See den niedrigsten Wasserstand. Der Grundwasserstand, der über verschiedene Messstellen vom beauftragten Ingenieurbüro beobachtet wird, müsse deswegen nicht genauso stark absinken, erklärt die Fachdienstleiterin.

"Wir wissen also nur, dass das Wasser nach 14 Tagen Pumpbetrieb im Ruscheschacht um einen halben Meter gesunken ist", so Anke Michaelis-Knakowski. Erst mit den Daten aus den Langzeitmessungen könne das Ingenieurbüro ermitteln, was das für den Wasserstand unter den betroffenen Häusern bedeutet.

"Ich bin noch skeptisch"

Nach dem zweiwöchigen Pumpen stehen die Pumpen seit gestern erst einmal für eine Woche still. Es kann sein, dass die eigentliche Entlastung der Grundstücke erst jetzt eintritt: Wenn die Pumpe aus ist, läuft der See wieder voll. Durch den trichterförmigen Aufbau des Untergrunds kann das Wasser nun von den Häusern weglaufen. "Wenn das Wasser im See steigt, stinkt es an den Rändern rundherum", vermutet Anke Michaelis-Knakowski. Liegen dann Ergebnisse vor, müssen Stadt und Ingenieurbüro den richtigen Rhythmus zwischen Pumpbetrieb und Pausen ermitteln.

Die Ergebnisse sollen in einem Gutachten, das das beauftragte Ingenieurbüro erstellt, zusammengefasst werden. Das wird im Herbst erwartet. Die Ingenieure seien regelmäßig vor Ort, um die Messstellen zu kontrollieren, so die Stadtverwaltung.

Unterdessen ist jetzt etwas ganz anders Thema in Glöthe: Weil die Pumpe in den ersten zwei Wochen 20 Stunden täglich - also auch in der Nacht - lief, habe sich wohl ein Anwohner bei der Stadt beschwert. "Die Pumpe sei zu laut, hieß es. Allerdings lag es daran, dass sich einmal Müll in dem Drahtkasten, in dem sich die Pumpe befindet, verfangen hatte", erklärt die Fachdienstleiterin. Der Müll wurde entfernt.

Eine weitere Beschwerde kam, als sich Dreck an der Pumpe verfing und deshalb Geräusche zu hören waren. Durch den Krach könne man nicht schlafen, habe es geheißen. "Ziel ist es, nur noch am Tag zu pumpen", erklärt die Fachdienstleiterin zu dem Thema.

Annemarie Schneider, über deren vernässtes Wohnhaus in der Friedenstraße wir berichtet hatten, konnte bisher keine Veränderung in ihrem Keller beobachten, denn das letzte Mal stand das Wasser dort vor vier Wochen. Sie sagt: "Ich bin gespannt und auch skeptisch, was das Probepumpen betrifft. Noch kann ich nicht jubilieren. Ich hoffe, dass alles anders wird."

Ortsbürgermeister Peter Rotter freut sich für die betroffenen Anwohner in Glöthe über den Fortschritt. Als Mitglied des Petitionsausschusses im Landtag hatte er das Thema auch auf Landesebene bearbeitet. Rotter sagte auch: "Der Marbegraben fließt und ist richtig schön klar."