Rund 1,3 Millionen Euro würde die komplette Sanierung der Löderburger Grundschule kosten. Gravierend sind Schäden im Fußbodenbereich und an den unteren Wänden durch massiven Wassereintritt. Der Kulturausschuss hat sich jetzt einen Überblick verschafft.

Löderburg l Wasserflecken an den Wänden, gewölbte Fußböden, modriger Geruch. Schön Lernen sieht anders aus. Doch das ist in der Löderburger Grundschule gerade nur in den oberen Etagen der beiden Schulgebäude möglich. Die Räume in den Untergeschossen sind allesamt beschädigt. Massive Wassereinbrüche haben die Holzkonstruktion im Fußboden faulen und die Wände nass werden lassen. Seit die Schäden bekannt sind, besonders seit Jahresbeginn, findet in den betroffenen Räumen kein Unterricht mehr statt.

Die Stadt als Schulträger hat Gutachten zu Schäden, aber auch zu möglichen Gefahren für Kinder und Lehrkräfte beauftragt. Außerdem hat man Kosten für Reparaturen ermitteln lassen. Von allem liegen jetzt die Ergebnisse vor und sind in ihrer Gesamtheit wie das sprichwörtliche Wechselbad der Gefühle.

Denn fest steht: Gefahren für die sich in der Schule aufhaltenden Menschen bestehen nicht (grüner Kasten). Fest steht aber auch, dass die Reparatur nicht billig wird. 1,3 Millionen Euro stehen zu Buche.

Brigitte Hirschfeld vom Gebäudemanagement der Stadt hat für die Mitglieder des Kulturausschusses im Stadtrat und die Gäste der Sitzung am Dienstagabend die notwendigen Sanierungsarbeiten zusammengefasst. "Der Fußbodenaufbau ist komplett aus Holz. Durch das Wasser ist er verfault." Es muss also alles raus: Fußbodenbelag, Holzunterbau. "Der komplette Fußboden muss neu aufgebaut werden", sagt Brigitte Hirschfeld. Mit allem, was dazu gehört: Gründung, Estrich, Dämmung, Bodenbelag. Um die Räume herum muss außen das Mauerwerk bis auf die Fundamente freigeschachtet, trockengelegt und vor weiterer Feuchtigkeit gesichert werden. Innen wie außen muss der Putz an den Wänden bis auf eine Höhe von einem Meter abgeschlagen und ersetzt werden. Das alles und das spätere neue Fußbodenniveau zieht weitere Arbeiten nach sich: Veränderungen von Türen, Tapezier- und Malerarbeiten. "Erst danach haben wir wieder einen Stand, dass die Nutzungsfähigkeit der Räume gegeben ist", erklärt Brigitte Hirschfeld.

Fange man als Schulträger aber an zu bauen, komme man nicht umhin, neueste Auflagen erfüllen zu müssen. Die übergeordneten Behörden haben einen Blick darauf. Besonders wenn es um das Thema Brandschutz geht. Auch bei einer Förderung, die die Stadt im Fall der Sanierung benötigt, müssen diese Bedingungen erfüllt sein.

Auf Nachfrage von Stadtrat Ronny Schnock, was die erste Nutzbarmachung der Räume kosten würde, erklärt Brigitte Hirschfeld, dass man die Maßnahme insgesamt auf verschiedene Kostengruppen/Jahresscheiben verteilen könne - aber trotzdem bei rund 650 000 Euro lande. "Es muss gelingen die Schule zu erhalten, sie ist ein wichtiger Faktor im ländlichen Raum", sagt Ronny Schnock. Christian Neubauer vom Ortschaftsrat Löderburg warb ebenfalls darum, dafür einzustehen, die Mittel aufzubringen und so "zum Erhalt der Schule beizutragen". Der Ausschuss wurde zunächst informiert. Fachbereichsleiter Hans-Georg Köpper erklärt das weitere Prozedere. Die Verwaltung will mit Schulleitung, Förderverein und auch mit dem Ortschaftsrat ein Handlungskonzept erarbeiten. "Wir wollen erörtern, was wir machen müssen und was eventuell der Förderverein noch will." Dass hierbei vor den Gegebenheiten wie Schulentwicklung, sinkende Schülerzahlen und knappe Kassen im Stadtetat schwierige Abwägungsprozesse bevorstehen, ist mehr als ein offenes Geheimnis.

Bilder