Rathmannsdorf/Staßfurt l Tränende Augen holen sich am Mittwoch Klaus Magenheimer und Ralf-Peter Schmidt bei ihrem Aufenthalt im Beruflichen Bildungs- und Rehabilitationszentrum (BBRZ) in Rathmannsdorf. Nicht etwa wegen trauriger Ausbildungsstätten. Denn die sind top. Zwiebeln sind der Grund, die sie in der Lehrküche der Hauswirtschafter schneiden dürfen. Für die Anti-Vampir-Suppe zum Beispiel oder für die Schmetterlingspfanne.

"Er macht alles richtig", schaut Heidi Schiebeck Ralf-Peter Schmidt über die Schulter. Auch Angelique Rauter ist zufrieden mit dem Schnippel-Resultat von Klaus Magenheimer. Der Stadtrat und Ortsbürgermeister scherzt: "Ich koche zu Hause höchstens mal vor Wut. Eigentlich bin ich eher für den Abwasch zuständig." Die Lokalpolitiker und Lehrlinge verstehen sich super. Das gegenseitige Verständnis ist zwar kein Thema, weil schon auf Grund der jahrelangen guten Zusammenarbeit zwischen Ort und BBRZ selbstverständlich, doch Ralf-Peter Schmidt als Mitglied des Integrations-Fachdienstes des Salzlandkreises geben die Lehrlinge eine Bitte mit. Nämlich, dass er sich noch mehr für ihre Integration nach der Ausbildung einsetzen möge.

Das nimmt Schmidt gern mit. "Wir versuchen schon, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um eventuelle Vorurteile bei Firmen abzubauen." Denn erstens genießen die Rehabilitanden eine super Ausbildung und sind nicht selten gleichwertige Arbeitskräfte. Zweitens gelte es oftmals noch, Missverständnisse bezüglich des Kündigungsschutzes auszuräumen.

Das gemeinsame Koch-Ergebnis lassen sich die Gäste mit den Hauswirtschaftern und ihren Ausbilderinnen schließlich auch gemeinsam schmecken. Klaus Magenheimer freut sich unterdessen mit der Einrichtung, dass nach längerer Zeit wieder mal mehr Auszubildende in der Hauswirtschaft sind. Damit ist nämlich unter anderem auch die Versorgung des Heimatfests mit Torten und Kuchen nach Hausmacherart gesichert. Und Ralf-Peter Schmidt hat nebenbei gelernt, dass man die Zwiebeln nur mit dem Messerrücken vom Brett schiebt, damit die Klinge nicht so schnell stumpf wird.

Neben diesen beiden Stadträten verbrachten auch Angelika Flügel und Peter Rotter einen Tag bei der Lebenshilfe. Stadtratsvorsitzender Sven Wagner wird deren Wohnstift am 26. Mai hautnah erleben.

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