Mit dem eigenen Geld haushalten, ist gar nicht einfach. Oft droht die Schuldenfalle. Deshalb führt das Jobcenter das Projekt "Ohne Moos nichts los - Vermittlung von Finanzkompetenzen zur Schuldenprävention" immer wieder an Schulen durch.

Förderstedt l Von der Schuldnerberatung beim Jobcenter des Salzlandkreises waren Petra Opitz, Felix Becker und Andreas Boennen in die Förderstedter Sekundarschule gekommen. Ziel ihrer Erläuterungen vor den Schülern der neunten Klassen war es, die jungen Menschen über notwendige Geldausgaben aufzuklären. "Wir möchten nicht, dass sie zu unseren Kunden werden, wenn sie einmal selbständig über ihre Ausgaben und Einnahmen verfügen müssen", sagte Andreas Boennen.

Mitgebracht hatten sie das Computerprogramm "Was was kostet" der Landesarbeitsgemeinschaft Schuldner- und Insolvenzberatung Berlin e. V. Das ist ein Schätzspiel, um den Umgang mit den festen Kosten in den Griff zu bekommen, wie schon im Titel vermerkt war.

Darin hatte Andy, vor kurzem 19 geworden und von zu Hause ausgezogen, sich eine eigene Wohnung gesucht. Andy findet es zunächst ziemlich cool, unabhängig und selbständig zu sein, wenn da nur nicht die vielen Kosten wären.

Zunächst wurden die Einnahmen betrachtet. Ausbildung, Kindergeld von den Eltern und Geld für das Zeitungsaustragen bringen knapp 800 Euro im Monat ein. Davon muss er alles bezahlen und auch noch leben.

Nun waren die Ausgaben dran: Miete, Strom, Telefon, Internet, Handy, notwendige Versicherungen, Rundfunkgebühren, Fahrtkosten, Vereinsbeiträge, Raten für die Waschmaschine und und und. Da wird schon ein großer Teil der Einnahmen verbraucht.

Die Schüler konnten das Programm am Computer verfolgen und Beträge für die einzelnen Positionen schätzen. Da war in der Rechnung des einen oder anderen Schülers nicht mehr viel für Essen und Trinken übrig, und für das eine oder andere Hobby blieb auch nichts.

Die Schüler lernten in den zwei Schulstunden, dass man nicht alles haben kann, dass man Prioritäten darüber setzen muss, wenn man sich etwas leisten will. Macht man das nicht, kann man schnell in der Schuldenfalle landen. Da gilt es abzuwägen, zum Beispiel lieber Mitglied einer Wohngemeinschaft sein als eine eigene Wohnung zu haben?

Auch Denise Berger aus der Klasse 9c, der wir bei ihren Schätzungen über die Schulter schauten, schätzte ihre Kosten für Strom und Miete, vorsichtig wie sie war, allerdings höher ein, als sie im Schnitt zu erwarten sind. Nun gilt es nur noch, die selbst eingeschätzten Vorgaben auch einzuhalten.

Die Schüler waren anschließend überzeugt, wie wichtig richtiges Haushalten ist. Bisher haben nur die Sekundarschulen in Förderstedt und in Güsten an der Schuldnerberatung mit diesem Programm teilgenommen.