Die Ortsgruppe Staßfurt des Vereins für Deutsche Schäferhunde hat ihre 23. Salzlandschau durchgeführt. Hier stellten Züchter ihre Tiere Preisrichtern vor. Die Schau ist Ausgangspunkt für weitere Prüfungen und für die Zucht mit dem jeweiligen Tier.

Staßfurt l Aufgeregt sei er nicht, sagt Klaus Erlebach. "Eher erwartungsvoll angespannt", gesteht der Züchter aus Seena/Eckartsberga im Burgenlandkreis und blickt auf seine Caja. Die junge Schäferhundhündin hat so etwas wie ihren ersten großen Tag, den Ausgangspunkt ihrer Zuchtkarriere.

Denn Klaus Erlebach und Sohn Marco stellen das Tier bei der 23. Salzlandschau des Staßfurter Schäferhundevereins den Preisrichtern vor. Sie entscheiden, ob Caja in der Zucht eingesetzt werden darf oder nicht. Für diesen Moment sind die Erlebachs mit ihrem Kaltschnäuzer extra in die Bodestadt gereist. Wie viele andere Züchter aus dem Landesverband des Vereins für Deutsche Schäferhunde und andere aus der gesamten Republik.

45 Anmeldungen hat Gerald Barthel, Vorsitzender der Staßfurter Ortsgruppe, gezählt. Bei anderen Ausstellungen hat es schon mehr Tiere auf dem Staßfurter Hundeplatz am Strandsolbad gegeben. Weil die Schäferhundfreunde in der Bodestadt ausgezeichnete Bedingungen haben - der Platz ist groß, die Gruppe mit 22 Mitgliedern kann den Aufwand stemmen - richtet sie immer wieder die öffentlichen Schauen aus.

Im Mittelpunkt der aktuellen standen Zuchtnachwuchs und Herdengebrauchshunde. Für viele Züchter ist die Veranstaltung ein Gradmesser. Die jungen Tiere werden in verschiedenen Klassen, orientiert an ihrem Alter und nach Geschlecht getrennt, den Richtern vorgeführt. Voraussetzungen dafür sind Nachweise entsprechender tierärztlicher Untersuchungen.

Der Staßfurter Verein hat für die Salzlandschau einen sogenannten Ring aufgebaut. In der Mitte sitzen Jürgen Hoffmann, der Landesverbandsvorsitzende wirft einen Blick auf die Rüden, und Klaus Gothe, mit geschärftem Auge für die Hündinnen. Zwei ausgewiesene Experten urteilen in der Bodestadt, so Gerald Barthel. "Die Hunde werden zunächst gemessen", erklärt er den Ablauf. "Die Anatomie wird so begutachtet." Die Richter haben aber auch einen Blick auf die Fellpflege.

Anschließend drehen die Züchter mit ihrem tierischen Nachwuchs Runden im Ring. "Je nachdem, wie lange die Richter für ihre Einschätzung brauchen, kann das bis zu neun Mal und mehr passieren", berichtet der Ortsgruppenchef.

Im Blick hätten die Bewerter dabei, wie sich der Hund bewegt. Geprüft wird auch, wie die Hunde in Schrecksekunden reagieren, die Richter schießen dabei mit Platzpatronen in die Luft. "Auf Gehorsam kommt es dabei noch nicht an, das ist in späteren Prüfungen wichtig. Es geht um die Anatomie", so Gerald Bartel.

Die Auswertung durch die Richter zeigt, wie akribisch sie die Tiere besehen. So bemängelt Klaus Gothe an Klaus Erlebachs Caja, dass eines ihrer Ohren bei längerem Laufen an Spannung verliere. Das allerdings bringt den Züchter noch nicht aus der Ruhe, denn Klaus Erlebach hat den Hund schon einmal erfolgreich vorgeführt.

Einen Sieger im eigentlichen Sinn gibt es nicht. Zwar wird in jeder Klasse eine Reihenfolge der vorgeführten Hunde ermittelt. Doch bei der Salzlandschau geht es um alles oder nichts. Denn wenn ein Tier den allgemein festgeschriebenen Anforderungen und den Blicken der Richter nicht Stand hält, wird es als nicht geeignet für die weitere Zucht angesehen. Besteht der Hund den Test im Ring, beginnt für ihn das Zuchtleben.

Gerald Barthel vom Staßfurter Verein sagt, dass dann weitere Prüfungen folgen. Zum Beispiel die Schutzhundprüfung, für die die Jungtierschau Voraussetzung ist. Höhepunkt im Fall von Rüden sei dann die sogenannte Körung. Dazu muss der Hund allerdings älter als zwei Jahre sein. Ein langer Weg zur Zucht. "Ja", sagt Gerald Barthel. "Mit viel Arbeit, Zeit und Geld verbunden", so der Ortsgruppenleiter. Wie bei jedem Hobby braucht es Herzblut.

Allein um den Spaß allerdings geht es nicht. "Schäferhunde sind Gebrauchshunde. Sie werden zum Beispiel bei der Polizei eingesetzt oder im Rettungswesen. Die Tiere müssen gut konditioniert sein", sagt Gerald Barthel und begründet einen Aspekt des mehrjährigen Prüfmarathons. Ein anderer sei, dass es auch viele nicht organisierte Züchter gebe, nicht selten fehlten hier die Qualitätsansprüche. Genau so, wie alle Teilnehmer dem Landesverband gemeldet werden, um die Teilnahmeberechtigung abzuprüfen, so werden auch die Ergebnisse an den Verein auf Landes- und Bundesebene weitergegeben. Hier gibt es detaillierte Register über die zur Zucht zugelassenen Tiere. Man wolle Standards halten.

Am Ende der Runde können Marco und Klaus Erlebach ihrer Caja liebevoll durchs Fell streicheln. Sie ist in der Klasse der Junghündinnen der drittbeste Hund geworden. "Da hat sie sich mehr als ein großes Leckerli verdient", sagt ihr Züchter zufrieden und lächelt.

   

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