Brumby l Die neue Photovoltaikanlage macht den Anwohnern in Brumby Sorgen. Das brachte zum Beispiel Helmut Reckleben kürzlich zum Ausdruck, als er während der jüngsten Ortschaftsratssitzung Fragen zur Anlage stellte. "Was ist denn, wenn dort mal ein Brand entsteht?", sagte er. Es gehe sogar das Gerücht um, dass ein Nachbar den Schlüssel zur Anlage habe. "Das geht so nicht." Die Feuerwehr müsse Zugang haben und das Gelände kennen, um bei Brandfällen vorbereitet zu sein.

Auch bei der Feuerwehr Brumby weiß man noch nichts Konkretes. Bastian Elz, stellvertretender Wehrleiter, sagt: "Wir haben noch keinen Schlüssel und auch noch nicht Bescheid bekommen." Die Wehr wartet auf eine Information.

Bei Photovoltaikanlagen verhält es sich im Salzlandkreis etwas anders: Jede Anlage im gesamten Kreis kann mit einem Generalschlüssel geöffnet werden. Das bestätigt Steffen Aermes, der bei der Stadtverwaltung zuständig für den Brandschutz ist. Verantwortlich ist hier aber der Salzlandkreis.

Das sagt auch Bodo Bolsenkötter. Er ist der Geschäftsführer der Hallertauer Leasing GmbH, deren Abteilung "energykonzept" Pfaffenhofen (an der Ilm in Bayern) die Photovoltaikanlage in Brumby errichtet hat. "Im Salzlandkreis - in anderen Kreisen ist es anders - ist dies einheitlich geregelt. Hier gibt es für alle Anlagen einen Generalschlüssel", führt er aus. "Das System ist einheitlich vorgeschrieben. Deswegen befindet sich am Tor eine runde Box. Wir mussten die Firma, die den Zaun gebaut hat, beauftragen, dieses Sicherheitssystem nach Vorschrift einzubauen", erklärt er. Alles sei bereits installiert worden.

Bodo Bolsenkötter sagt auch: "Die Anlage ist zwar fertig gebaut, aber noch nicht am Netz. Es geht also keine Gefahr von der Anlage aus." Auch weitere Vorschriften zum Brandschutz habe seine Firma beim Bau erfüllt. "Wir haben uns an die Brandschutzempfehlungen gehalten und zum Beispiel zwei Tore vorn und hinten eingebaut", so Bodo Bolsenkötter.

Wenn die Anlage an den Start geht, muss der Generalschlüssel an die Feuerwehr Brumby übergeben werden, auch eine Einweisung in das Gelände wünscht sich der stellvertretende Ortswehrleiter.

Wann die Inbetriebnahme sein wird, kann der Geschäftsführer der Firma zu seinem eigenen Bedauern nicht beeinflussen: "Am liebsten schon gestern, aber ich warte auf eine Zuarbeit von der Stadtwerken Staßfurt", sagt er. Die Firma möchte so schnell wie möglich mit dem Netzbetrieb beginnen.

In Brumby wurde vermutet, dass die Sparkasse Besitzer der Fläche ist. Dass diese Eigentümer diverser Flächen im Brumbyer Gewerbegebiet ist, bestätigt Stefan König, Referatsleiter Kommunikation bei der Salzlandsparkasse. Das Kreditinstitut verkauft dortige Flächen an interessierte Investoren, da diese "grundsätzlich nicht von der Sparkasse für eigene Zwecke benötigt werden", so Stefan König. Er betont noch einmal, dass es nicht die Salzlandsparkasse selbst ist, die die Photovoltaikanlage betreibt.

Helmut Reckleben ärgerte sich auch ein wenig darüber, dass die Bürger nicht über solche Neubauten informiert werden. Allerdings ist die Stadtverwaltung nicht für alles zuständig. "Das sind nicht unsere Flächen", betont Anke Michaelis-Knakowski von der Staßfurter Stadtverwaltung. Da die Flächen als Gewerbegebiet ausgelegt sind, ist eine gewerbliche Nutzung erlaubt. Die Investoren müssen nicht jeden Schritt von der Stadt genehmigen lassen. Dinge wie die Höhe der Bebauung sind im Bebauungsplan lange festgelegt. Bei Neubauten muss die Kreisverwaltung den Brandschutz abnehmen.