Der Ärger um den Lieferverkehr zur Dickstoffversatzanlage geht weiter: Der Ortschaftsrat in Athensleben will sich an den Landkreis und die Stadt Staßfurt wenden, um auf den Zustand der Kreisstraße hinzuweisen.

Athensleben l Man will nicht nur reden, sondern auch handeln - ganz offiziell. Die Mitglieder des Athenslebener Ortschaftsrates haben sich das Thema Kreisstraße auf ihre Tagesordnung gesetzt. Die Verbindung wird von den Lastkraftwagen genutzt, die im Probebetrieb die Dickstoffversatzanlage beliefern. Die Athenslebener befürchten, dass die Straße unter den Belastungen der großen Fahrzeuge leidet und Schaden nimmt.

"Noch fünf Jahre und wir sehen das Kopfsteinpflaster wieder."

"Noch fünf Jahre und wir sehen das Kopfsteinpflaster wieder", sagt Ortsbürgermeister Jürgen Kinzel während der Ratssitzung.

Er leitet die Gesprächsrunde, an deren Ende sich die Politiker des Ortes darauf verständigt haben, dem Salzlandkreis und der Stadt Staßfurt ein offizielles Schreiben zukommen zu lassen. Darin soll auf den Ist-Zustand der Straße hingewiesen werden. Damit soll aber auch die Forderung aufgestellt werden, mögliche Beschädigungen genau zu dokumentieren und zu klären, wer für die Reparatur verantwortlich ist. "Wenn die Straße für spezielle Lieferverkehre genutzt wird, dann müssen entstandene Schäden auch von den Verursachern behoben werden. Das kann nicht zur Aufgabe für die Allgemeinheit werden", meint Jürgen Kinzel.

Doch mit dem Verursacherprinzip ist das im Fall einer öffentlichen Straße so eine Sache. Aus der Landkreisverwaltung gab es zunächst noch keine offizielle Stellungnahme zu dem Ansinnen aus Athensleben. "Wir wollen das konkrete Schreiben abwarten, um dann auch entsprechend reagieren zu können", sagt Alexandra Koch, Sprecherin des Salzlandkreises, auf Volksstimme-Nachfrage. Allerdings, und damit verrät sie kein Geheimnis, sei die Kreisstraße öffentlich gewidmet und entsprechend ausgebaut. Es gebe ganz von außen betrachtet zunächst keine Grundlagen für Einschränkungen.

In Athensleben dagegen wird man nicht müde darauf hinzuweisen, dass die Straße schon jetzt marode sei. Es habe zwar immer wieder Arbeiten an einzelnen Streckenabschnitten gegeben, nie aber den Ausbau. Ortsbürgermeister Jürgen Kinzel blickt in die Geschichte. Zunächst lag die Zuständigkeit der Straße gar nicht beim Landkreis, sondern bei der Kommune. Bis etwa zum Ende der 1990er Jahre. Der damalige Landkreis sei lediglich für den Abschnitt bis Groß Börnecke zuständig gewesen. In dieser Zeit wurde auch zum ersten Mal eine Asphaltdecke über die Pflastersteine gezogen.

"Eine vernünftige Straße von Athensleben nach Löderburg."

Beim Hochwasser 1994 war die Straße teilweise überflutet. Als das Wasser weg war, gab es Geld aus speziellen Fonds, um alles wieder in Ordnung zu bringen. Die Straße wurde dabei verändert. Sie wurde breiter, ein alter Sommerweg ist mit einbezogen worden. "Ziel war es immer, Athensleben durch eine relativ vernünftige Straße nach Löderburg anzubinden", berichtet Jürgen Kinzel. Ende der 1990er Jahre gab es auch Verbesserungen der Fahrbahn Richtung Groß Börnecke. "Aber: Der Straßenkörper wurde nie angefasst. Der Untergrund ist noch der, wie er gebaut wurde", so der Athenslebener Ortsbürgermeister. Gerade auch weil die Betreiberfirma der Dickstoffversatzanlage angekündigt hat, dass der Zulieferverkehr, Fahrten von 40-Tonnern also, zunimmt, sollte in den Augen des Ortschaftsrates etwas passieren. Die Schäden seien dann nicht mehr Sache der Öffentlichkeit, Sicherheit für andere Verkehrsteilnehmer müsste vorgehen, hieß es.