Was erwartet die Besucher 2015 im schönen Staßfurter Strandsolbad? Den Saisonstart am Freitag nahm Imbiss-Pächter Burkhard Nimmich zum Anlass, um über seine Vorhaben zu informieren. Oberbürgermeister René Zok und sein Nachfolger saßen mit am Tisch und nahmen auch kritische Hinweise auf.

Staßfurt l So mutig wie eine Woche zuvor Mitarbeiter des Stadtpflegebetriebs mit einem kühlen Bad bei 16 Grad Wassertemperatur war gestern niemand aus der Runde. Immerhin hatte Fred Hänsel, der für eine Saison von der Verbandsgemeinde Saale-Wipper "ausgeborgt" wurde und damit die schwangere Schwimmmeisterin Laura Barnick vertritt, am Vormittag bereits 17 Grad Celsius Wassertemperatur gemessen.

Der Eigenbetrieb hat den milden Winter zu umfangreichen Arbeiten in der kommunalen Freizeiteinrichtung nutzen können. Brigitte Hirschfeld, Chefin des Gebäudemanagements der Stadt, beziffert die Tätigkeiten seit dem 11. Februar mit 1100 Stunden. Teilweise seien fünf Mitarbeiter vor Ort gewesen. Sie pflasterten Wege am Haupteingang, gestalteten den Hauptweg zu den Bungalows neu, bereiteten den Sand vom Spielplatz und vom Volleyballplatz auf. Auch ein neuer Regenwasserkanal wurde gelegt. Bänke wurden auf Vordermann gebracht und Bäume verschnitten.

Jetzt funktioniert sogar die Lautsprecheranlage vom Schwimmmeister-Raum wieder.

"Damit bekunden wir nicht zuletzt unsere Sympathie für das Strandsolbad"

"Damit bekunden wir nicht zuletzt unsere Sympathie für das Strandsolbad", bemerkt Brigitte Hirschfeld in der Zusammenfassung für die Arbeiten. Und schließlich wolle man sich auch wie andere Gäste hier in dieser herrlichen Einrichtung wohl fühlen.

"Ich finde es gut, dass das Strandsolbad in kommunaler Hand bleibt und damit der Charakter erhalten wird"

"Ich finde es gut, dass das Strandsolbad in kommunaler Hand bleibt und damit der Charakter erhalten wird", schickte gestern Vormittag nun Burkhard Nimmich auf der Terrasse voraus.

Der Einladende beschrieb, was er auf "eigene Kappe" nimmt. Das seien unter anderem Malerarbeiten und ein kleines Podest im Imbissbereich - bestenfalls eine erhöhte Terrasse, die als Bühne genutzt werden kann. Das müsse aber noch mit der Stadt abgestimmt werden. Zudem regte er an, eine kleine Hecke um den Imbissbereich zu schaffen.

Ein Graffiti-Wettbewerb soll im nächsten Jahr folgen, auch um Jugendliche mehr für das Strandsolbad zu begeistern. Mit diesem Ziel verbindet Nimmich auch die erste große Veranstaltung der Saison - eine Electroparty am 13. Juni (weitere Termine im Infokasten).

"Das ist nicht so einfach, auch Umweltschützer davon zu überzeugen"

Der Pächter nutzte die Gelegenheit, um Oberbürgermeister René Zok nach weiteren Plänen der Stadt zu fragen. Die würden von der Haushaltslage abhängen, so die Antwort. Längerfristig sei ein schwimmender Steg als Ersatz für den jetzt im Rückbau befindlichen geplant.

Was aus der "roten Wand" werde, die zugewachsen ist, wollte Nimmich noch wissen. Die Stadt hatte vor, wenigstens 20 Meter freizulegen, um auch geologisch interessante Merkmale des Strandsolbads wieder sichtbar zu machen.

"Das ist nicht so einfach, auch Umweltschützer davon zu überzeugen", so Zok. In der "Salzigen Tour" werde das Strandsolbad aber mittlerweile mit beworben, erklärte er noch auf entsprechende Hinweise, dass das einzige Binnensolbad Mitteleuropas noch immer nicht genügend bekannt gemacht werde.

Salzgehalt von 2,4 auf 1 Prozent gesunken

Sven Wagner, Zoks Nachfolger, der ebenfalls am Gespräch teilnahm, meinte, dass es wichtig wäre, den Salzgehalt des Solbads wieder zu erhöhen. Der liege jetzt bei einem Prozent. "Es waren mal 2,4 Prozent", wusste Günther Engelhardt als Vorsitzender des Bungalowvereins. Eine entsprechende Umwälzung wurde vor mehr als sieben Jahren mal mit Hilfe der Stadtwerke betrieben, erinnerte sich Zok.

"Damit nicht weitere zig Tonnen Sand ins Wasser gespült werden"

Er und sein Nachfolger nahmen noch folgenden Hinweis von Günther Engelhardt mit: "Die Mauer um den Nichtschwimmerbereich, die wir 1962 gezogen haben, müsste fortgesetzt werden, damit nicht weitere zig Tonnen Sand ins Wasser gespült werden." Dadurch versieche nämlich das Bad auch und ein Salzaustausch werde verhindert, so Engelhardt. Das sei zu prüfen, hörte der Vereinsvorsitzende.

Und noch ein Problem gab er Zok und Wagner mit auf den Weg: "Die Terrassen sind fast zugewachsen. Die wilden Pflaumen ziehen Wespen an, was nicht ganz ungefährlich für die Badegäste ist." Das Westufer sei einst immer bevölkert gewesen. Heute stehen Verbotsschilder dort.

Auch hierfür nannte René Zok Gründe des Umweltschutzes.

Eintrittspreise wie im vergangenen Jahr

Dennoch dürfte einem erholsamen Aufenthalt in dem einzigartigen Staßfurter Kleinod nichts zuwidersprechen. Momentan ist das Strandsolbad täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet, was bei entsprechender Witterung verlängert wird.

Die Eintrittspreise bleiben derweil unverändert zum vergangenen Jahr (Kinder 1,10 Euro, Jugendliche/Studenten/Auszubildende 1,60, Erwachsene 2,70 Euro). Abendkarten (ab 17 Uhr) kosten jeweils die Hälfte.

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