Der Reit- und Fahrverein Förderstedt hat am Wochenende ein großes Turnier in mehreren Disziplinen ausgetragen. Damit startete die Reitsaison 2015. Beim Dressurreiten ist auch Karl-Heinz Faust aus Staßfurt mit seinem Pferd "Fliedertraum" dabei gewesen.

Förderstedt l "Fliedertraum" ist manchmal noch ein junger Wilder. Der Hannoveraner ist fünf Jahre alt. Und aus ihm soll einmal ein Großer werden - im Dressurreiten. Das Potenzial dafür hat das Pferd, findet sein Reiter Karl-Heinz Faust aus Staßfurt. Wäre da nicht manchmal der Sturkopf in "Fliedertraum". Bei zurückliegenden Wettkämpfen kam der ab und an ganz schön durch. "Das Pferd war dann rebellisch", berichtet sein Reiter. Er ist seit über 50 Jahren in seinem Sport aktiv und weiß mit solchen tierischen Marotten umzugehen.

"Wir wissen jetzt, in welcher Richtung wir noch üben müssen."

Allerdings macht das keine gute Figur vor den Richtern, die genau bewerten, wie sich "Fliedertraum" und seine Artgenossen im Viereck machen. Dort nämlich, auf einer Art Laufsteg, müssen Reiter und Pferde zeigen, dass sie ein Team sind, dass sie die Disziplinen der Dressur verinnerlicht haben.In Förderstedt gehörte die sogenannte Pferdeprüfung A zum Auftakt des Turnierwochenendes beim Reit- und Fahrverein. In dieser Kategorie treten Pferde im Alter von vier bis sechs Jahren an. Ihre Reiter haben mit ihnen geübt. Es wird überprüft, was sie können. "Es ging heute darum, dass die Tiere losgelassen, im Takt, sicher die einfachen Lektionen der Dressurpferdeprüfung absolvieren", erklärt Karl-Heinz Faust. Die Prüfungen seien keine Bedingung, um an höherklassigen Wettbewerben teilnehmen zu können. Aber die Urteile der Juroren seien ein guter Indikator für den Ausbildungsstand der Pferde.

Mit "Fliedertraum" ist die Faust-Familie extra angereist, um eine Leistungseinschätzung zu generieren. "Die Note, die wir erhalten haben, ist akzeptabel. Es hat nicht alles geklappt. Aber wichtig ist, dass Fliedertraum nicht ungehorsam war, sondern gelassen in allem." Das stimmt Karl-Heinz Faust höchst zufrieden. Mit den Erfahrungen, die Reiter und Pferd gesammelt haben, ließe sich gut etwas anfangen. "Wir wissen jetzt, in welcher Richtung wir noch üben müssen. Und wir werden versuchen, bereits am kommenden Wochenende beim Pfingstturnier in Westeregeln alles umzusetzen."

Neben den Richternoten spielt ein zweiter Punkt eine wichtige Rolle. "Das Pferd sammelt Turniererfahrung. Es ist nicht mehr nervös, ist ganz in Ruhe im Wettbewerb."

Für die Tiere wichtig. Für die Veranstalter allerdings war kaum Ruhe angesagt. Denn das Turnierwochenende forderte den Reit- und Fahrverein. Der Stress war allerdings positiv. "Die Vorbereitung und Durchführung sind aufwendig. Aber wenn die Resonanz gut ist, ist das der beste Lohn", sagt Steffen Schubert vom Verein.

Und die Beteiligung war gut. 100 Reiter traten am Freitag bei den Dressurabteilungen an, ebenso viel bei den Turnierfahrten der Ein- und Zweispänner Sonnabend und Sonntag. Für alles gab es spezielle Richter. Die Veranstaltungskombination passe. Denn Dressur und Fahren ließe sich gut verbinden, erklärt Steffen Schubert. Man benötige nur zwei unterschiedlich große Vierecke. Beim Springen müssten Hindernisse auf- und abgebaut werden. Das erfordere mehr Arbeit. Im Juli allerdings ist eine solche Veranstaltung in Förderstedt geplant. Bei den Wettbewerben gab es aber auch Bewertungen der Pferdeführer, wie die Reiterprüfungen für den Nachwuchs.

"Die Bedingungen sind für alle gleich und damit äußerst fair."

Der Förderstedter Verein ist in der Region ein Spitzenausrichter und beliebt. Die Erfahrung spielt eine Rolle. Seit Beginn der 1980er Jahre bestreitet man Vergleiche in allen Kategorien rund ums Pferd. Die Teilnehmer jetzt kamen aus allen Teilen Sachsen-Anhalts, aber auch aus Brandenburg, Thüringen und Sachsen. Familie Faust aus Staßfurt war sogar in zwei Generationen dabei. Neben Karl-Heinz Faust auch seine elfjährige Enkelin Lea. Sie trat zwar nicht offiziell an, aber informierte sich im Wettbewerb. Für Lea und ihren "Brentano" geht es in dieser Woche nämlich auf Vorbereitung in Güsten. Senior Karl-Heinz Faust bescheinigt der Förderstedter Veranstaltung Bestnoten. "Das Turnier ist sehr gut. Der Verein gibt sich sehr viel Mühe. Für Pferde, die noch nie auf Rasen gelaufen sind, ist es ungewohnt, weil noch etwas rutschig. Aber die Bedingungen sind für alle gleich und damit äußerst fair."

Weitere Berichte zum Turnier in Förderstedt und alle Ergebnisse folgen in einer der nächsten Volksstimme-Ausgaben im Sportteil.