Glöthe l "Haben Sie Interesse an einer alten Fahne?", fragte Rudi Krüger aus Glöthe neulich die Volksstimme. Sicher doch, historische Dokumente sind für die Lokalzeitung immer interessant - nicht zum Erwerb, sondern um darüber zu schreiben.

Rudi Krüger wickelt das Fundstück sorgsam aus einer Decke aus. Die Fahne muss von 1909 stammen. Diese Jahreszahl ist in die aufwendig angefertigte Fahne eingestickt worden. Als Accessoire gibt es bunte Wimpel, die an die Fahne angebracht werden können.

Was Rudi Krüger gern wissen möchte: "Diese Fahne muss von einem früheren Radsportverein aus Glöthe stammen, aber wir wissen leider gar nichts über den Verein." Wann wurde er gegründet? Wann wurde er aufgelöst? Wer das weiß, kann sich gern an die Volksstimme wenden, um des Rätsels Lösung ein wenig näher zu kommen.

Zur jüngsten Geschichte der Fahne ist zu sagen: "Ich habe sie durch Zufall in der Gaststätte meines Onkels und meiner Tante entdeckt", erzählt Rudi Krüger. Er meint die Gaststätte in Glöthe, die später der HO-Konsum war.

Die Fahne war damals sehr gut erhalten und das ist sie auch heute noch. Die Farben sind fast leuchtend, die Stickereien sind kaum beschädigt. Sie wäre ein wertvolles Stück für ein Heimatmuseum, wenn es in Glöthe eines geben würde.

"Ich habe sie dann 2001, als wir in Glöthe 750-Jahrfeier hatten, mitgenommen und habe mit ihr am Umzug durch das Dorf teilgenommen", erzählt Rudi Krüger. Aber auch beim Festumzug konnte keiner gesicherte Fakten zu dem früheren Radsportverein nennen.

Rudi Krüger und seine Kumpels aus Glöthe, die übrigens alle gern Rad fahren, können nur raten. Das Datum 18/2/1907, das oben auf der Fahne steht, könnte das Gründungsdatum des Vereins sein. Die Jahreszahl 1909 ist dann vielleicht das Jahr, in dem die Fahne angefertigt wurde. "Radfahrer Verein Pfeil Glöthe" hieß die Vereinigung offensichtlich. Und was bedeutet die Abkürzung A.R.B.S.? Rudi Krüger versucht es: "A für Arbeiter, R für Radsport, aber B? Und S?"

Die andere Seite der Fahne trägt die Aufschrift "In Tat und Wort". Was darunter steht, muss lange entziffert werden, weil sich die Buchstaben in Kleinschreibung "u" und "n" sowie "e" und "r" so ähneln. Aber Rudi Krüger und seine Radfahrerfreunde haben es gleich: "Treu unserem Sport", heißt das.

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