Für die Biomethananlage in Staßfurt wurde jetzt die Genehmigung erteilt, die Kapazitäten wesentlich zu erweitern. Um welche Veränderungen es sich dabei handelt, erfragte die Volksstimme bei dem Unternehmen.

Staßfurt l Am 15. Mai hat die Betreiberfirma der Biomethananlage Staßfurt die Genehmigung erhalten, den Betrieb wesentlich zu verändern.

Oliver Storz, Geschäftsführer der Biomethananlage Staßfurt, erklärt, was das konkret bedeutet: "Im jetzt genehmigten Änderungsantrag geht es zum einen um eine Erweiterung unseres Substratmixes in Staßfurt und zum anderen um eine geringfügige Erhöhung unserer Gasspeicherkapazität."

Soll dies fachlich korrekt ausgedrückt werden, handelt es sich um die "Erhöhung der Durchsatzkapazität auf 185,75 Tonnen durch Änderung der Zusammensetzung der Inputstoffe und zusätzlichen Einsatz von Wirtschaftsdünger, Erhöhung der Biogaslagermenge von 19,77 Tonnen auf 27,30 Tonnen, Verringerung der Biogasproduktion von 13190000 Kubikmeter pro Jahr auf 13061160 Kubikmeter pro Jahr, Verringerung des Gärrestlagervolumens von 26109,81 Kubikmeter auf 24828,05 Kubikmeter".

Für den Laien verständlich formuliert, heißt das: "Wir können künftig mehr Gas vor Ort speichern und das nachhaltig erzeugte Biomethan dadurch flexibler und effizienter ins Netz einspeisen. Außerdem dürfen wir künftig auch Hühnertrockenkot und Mist aus der Region in der Anlage mitvergären", so Oliver Storz.

Die Leistung der Anlage bleibt davon unberührt. Bauliche Eingriffe sind ebenfalls nicht erforderlich, erklärt der Geschäftsführer weiter. Außer der restlichen kleineren Bauarbeiten, die derzeit noch auf der Anlage stattfinden, wird es also keine Störung der Anwohner durch Baulärm oder anfahrende Baufahrzeuge geben.

Was den Verkehr zur Biomethananlage nach der Erhöhung der Kapazitäten betrifft, erläutert Oliver Storz, dass sich die Anlieferungen des Wirtschaftsdüngers auf weniger als eine Fahrt pro Woche begrenzt. Im Gegenzug finden während der Erntephase weniger Lkw-Fahrten statt, da ab jetzt weniger Energiepflanzen eingesetzt werden. Es wird also zum Beispiel weniger Mais von den umliegenden Landwirtschaftsbetrieben angefahren.

Die Biomethananlage Staßfurt hat vor Ort bisher drei Mitarbeiter neu eingestellt. Zusätzlich betreuen ein ebenfalls neu eingestellter Substratmanager und ein Betriebsleiter die Anlage.

Derzeit beliefern mehr als 20 kleinere und größere landwirtschaftliche Betriebe die Biomethananlage. Oliver Storz sagt noch: "Erfahrungsgemäß entstehen insgesamt zwölf bis fünfzehn neue Arbeitsplätze beim Bau und im betrieblichen Umfeld einer Biomethananlage".

Die Erweiterung der Kapazitäten der Biomethananlage musste ein öffentliches Verfahren durchlaufen, wie es etwa beim Neubau einer Straße der Fall ist. Auch hier wurde der Antrag der Betreiberfirma auf Erweiterung öffentlich ausgelegt. Mögliche Bedenken konnten Bürger und Fachämter einbringen.

Im Falle der Erweiterung des Betriebs der Biomethananlage gab es aber keine Einwendungen. Das teilt Gabriele Städter vom Landesverwaltungsamt auf Nachfrage mit. Deshalb ist der für den 19. Mai vorgesehene Erörterungstermin im Salzlandtheater ersatzlos gestrichen worden. Es gab keine Einwände zu diskutieren.