Das Staßfurter Salzland Center ist das größte Freizeitzentrum in der Bodestadt. Seit 2006 betreibt ein niederländischer Unternehmer das Bad. Davor gab es viele Jahre zähe Verhandlungen um den Verkauf.

Staßfurt l Im Mai 2005 gibt es Hoffnungsschimmer: Ein Investor interessiert sich für das Erlebnisbad im Salzlandcenter und lässt in Gesprächen mit der Stadt auch durchblicken, dass in seinen Augen das Salzland Center echtes Entwicklungspotenzial hätte. Die Volksstimme berichtet darüber, das Investor Wolfgang Tober bekundet hat, das Center kaufen zu wollen.

Viele atmen auf. Da sind zuerst die Staßfurter, die gern ihr Bad zurückhaben wollen. Denn seit der Insolvenz des ursprünglichen Betreibers 2003 ist es geschlossen. Das Haus ging aus dem einstigen Kreiskulturhaus hervor. Es wurde Ende der 1990er-Jahre erweitert und umgebaut. 2001 kam das Erlebnisbad dazu. 32 Millionen D-Mark hatte das gekostet, das Land hatte die Hälfte der Investitionskosten beigesteuert. Doch das defizitäre Badgeschäft manövrierte die ursprüngliche Betreibergesellschaft in die Zahlungsunfähigkeit. Das Haus wurde dicht gemacht. Die Schüler müssen sich Ausweichstellen suchen, um ihren Schwimmsport zu absolvieren. Reha- Vereine können Wassersport nur außerhalb anbieten.

Auch die Sparkasse erhofft sich im Mai 2005 nur das Beste vom Anklopfen des Investors. Das Kreditinstitut begleitete den Liquidator der einstigen Betreibergesellschaft bei seinen Versuchen, das Haus zu verkaufen. Das Geldhaus war der Hauptgläubiger der einstigen Betreibergesellschaft.

Und schließlich muss man auch im Rathaus darauf gewartet haben, dass es weitergeht. Das Salzland Center ist Prestige- objekt in Staßfurt.

Die Geschichte zeigt: Aus dem Verkauf wurde nichts. Tober sprang ab. Damals wurde auch gemunkelt, dass er Probleme mit seinen eigenen Bädern hatte. Und in Staßfurt verloren viele den Glauben, das Haus noch entwickeln zu können. Die Stadt konnte es nicht kaufen, die 1 Million Euro Kaufsumme hätten den Etat überstrapaziert. Der Rat verwahrte sich dagegen. Eine ablehnende Haltung zeigten auch die Stadtwerke. Ob als alleiniger Betreiber oder mit einen (privaten) Partner - das Risiko erschien zu hoch.

Doch bereits Ende 2005 konnten die Verantwortlichen den nächsten Clou präsentieren: van der Valk. Ein Unternehmen, das damals weltweit 70 Hotels führte. Viele sahen in dem niederländischen Unternehmen den idealen Betreiber und so gab es viele Zugeständnisse. So beschloss der Stadtrat als Voraussetzung für einen Verkauf, die im Grundbuch eingetragene Grundschuld der Stadt über 4,1 Millionen Euro löschen zu lassen. Der neue Investor wollte die Immobilie lastenfrei kaufen.

Von Anfang an gab es auch die Zusage der Stadt, jährlich einen Defizitausgleich über 100000 Euro zu zahlen, auch weil der Schulsport durch das Bad garantiert sei. Das und Bebauungsplanfragen, die öffentlich diskutiert wurden, sorgten für viel Stimmung vor dem Verkauf.

Van der Valk sah zunächst vor, das Salzland Center zu pachten. Doch bereits im Oktober 2006 entschied der Beirat der Gruppe über den Kauf.