Staßfurt l Nach dem vorläufigen Aus für Zirkus Probst im vergangenen Jahr hat sich auf dem Gelände des Winterquartiers in der Hohenerxlebener Straße in Staßfurt einiges getan. Rüdiger Probst und seine Lebensgefährtin, ihre Kinder und Freunde hatten voll zu tun. Jetzt steht dort eine Zirkushalle mit Manage, ein großes Spielzelt und viele weitere Attraktionen.

"Es muss weitergehen", sagt Christina Clasen, die das Projekt leitet. Während die anderen Artisten des Zirkus Probst derzeit mit einem Projektzirkus für Schulen deutschlandweit unterwegs sind, war dies für Rüdiger Probst und seine Tiger keine Option. Er hat sich aus dem Zirkusbetrieb zurückgezogen.

Christina Clasen hatte daher die Idee, ein Zirkuserlebnisdorf zu gestalten. "Wir eröffnen an diesem Sonntag mit freiem Eintritt für alle. Dasselbe machen wir dann auch am Kindertag, Montag, 1. Juni, zum halben Preis", sagt sie. Auch wenn das Gelände noch nicht hundertprozentig fertig ist, soll es am Sonntag schon losgehen.

Das Zirkuserlebnisdorf funktioniert so: Kinder können mit ihren Eltern ohne Anmeldung ab 14 Uhr auf das Gelände kommen. In der Manege sollen sie sich unter Anleitung als Clowns, Jongleure, Drahtseilartisten, Akrobaten und Dompteure für Ziegen oder Hunde ausprobieren. Und später am Nachmittag können sie das Gelernte gleich ihren Verwandten in der Manege des kleines Zirkuszeltes zeigen.

"Wir wollen das Thema Zirkus für Kinder erlebbar machen. Sie sollen sich ausprobieren können", erklärt Christina Clasen. "Denn in jedem Kind schlummert ein Talent." Nach diesem Sonntag wird das Winterquartier dann jeweils sonnabends und sonntags von 14 bis 18.30 Uhr geöffnet sein. Außerdem kann das Zirkusdorf für Kitagruppen, Schulklassen, Feiern oder Kindergeburtstage gebucht werden.

Bis jetzt sind es vor allem die Kinder der Zirkusleute und von Bekannten, die in der Manege aktiv sind. Am Sonntag wollen sie mit drei Erwachsenen und einigen Tieren eine kleine Show von 30 Minuten aufführen - 15 Uhr und 16.30 Uhr. Unter anderem sind die Kinder von Rüdiger Probst und Christina Clasen dabei - Geraldine und Alexander Probst. Sie suchen ab sofort Mitstreiter, die mit ihnen das Zirkusprogramm auf die Beine stellen. "Wenn es gut läuft, könnte ich mir sogar vorstellen, wochentags Kurse für die Kinder anzubieten", meint Christina Clasen.

Das Zirkuserlebnisdorf hat noch mehr zu bieten: Etliche Exoten, die bei Zirkus Probst aufgetreten sind, sind hier anzuschauen. Zebras, Kamele, Lamas und sogar die Watussirinder können gestreichelt werden. Wenn die Wildtiere draußen auf der Weide stehen, sieht der Besucher sie im Hintergrund des neuen Ziegengeheges grasen. Denn freilich wird es auch einen Streichelzoo mit Ponys, jungen Ziegen, Meerschweinen und Kaninchen geben. Sogar Microschweine, die ausgewachsen nur 20 bis 25 Kilogramm wiegen, wurden neu angeschafft.

Wenn die Kinder zwischendurch einmal nur toben wollen, steht ein großes Spielzelt mit Hüpfburg, Trampolin, Karussell, Kreativecke und massenhaft Spielzeug bereit. Für die Eltern und Großeltern gibt es Kaffee und Imbiss.

Rüdiger Probst wird an den Sonnabenden und Sonntagen jeweils 18 Uhr zur öffentlichen Raubtierfütterung einladen. Dabei wird er über seine Tiger informieren und Fragen beantworten.

Das Anliegen von ihm und seiner Partnerin ist es, Kindern, aber auch Erwachsenen die Tierwelt näher zubringen. "Es gibt bis heute viele falsche Vorstellungen, auch was das eigene Haustier betrifft. Wir wollen erklären und den Menschen das eine oder andere mitgeben - natürlich nicht belehrend, sondern mit einem Augenzwinkern", sagt Christina Clasen.

"Viele Erwachsene sagen noch heute, wie faszinierend sie den Zirkus früher als Kind fanden", berichtet die Tiertrainerin. Das Erlebnis mit dem Tier sei für den Menschen immer etwas Besonderes. Zum Beispiel wenn kleine Kinder die großen Kamele füttern dürfen: Das ist für die Kleinen eine Herausforderung und ein Erfolgserlebnis zugleich.

Eröffnung ist an diesem Sonntag, 31. Mai, 14 bis 18.30 Uhr (Eintritt frei). Geöffnet ist auch am Montag, 1. Juni, (halber Preis für Kinder, also zwei Euro pro Kind)

   

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