Güsten/Schackenthal l In Schackenthal (Stadt Aschersleben) wird ein neuer Mega-Stall für Hühner errichtet. Das bestätigt das Landesverwaltungsamt nach einer Volksstimme-Anfrage. Die Vorplanungen sind durch, nunmehr sei alles genehmigt, hieß es. Auch Verbandsgemeindebürgermeister Steffen Globig hat den Rat der Verbandsgemeinde Saale-Wipper, als Nachbarn von Schackenthal, über das grüne Licht aus der Behörde informiert. Er kündigte an, dass seine Verwaltung mit einem Experten Möglichkeiten und Erfolgsperspektiven rechtlicher Schritte gegen die jetzt erteilte Genehmigung beratschlagen werde.

Zum Hintergrund: Das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt hat mit Datum vom 7. Mai die Genehmigung zur Errichtung und zum Betrieb einer Anlage zum Halten von Hennen mit 450 000 Hennenplätzen erteilt. Vorangegangen waren ein Erörterungstermin am 7. Mai 2015, bei dem alle Einwände zusammengefasst wurden, und bereits im März 2014 öffentlich ausgelegte Planungen, um die sogenannten Träger öffentlicher Belange zu hören. Betreiber der Zuchtanlagen ist die Betriebsgemeinschaft Schackenthal KG. Die Ställe sollen unweit der Bundestraße 65 in Richtung Bründel entstehen. Geplant sind sechs Doppelstockställe mit einer Grundfläche von 19 mal 120 Metern für je 75 000 Legehennen. "Die Auslegung des Genehmigungsbescheides ist in der Zeit vom 17. bis 30. Juni im Landesverwaltungsamt, in der Stadt Aschersleben und in der Verbandsgemeinde Saale-Wipper in Güsten und Alsleben vorgesehen", berichtet Denise Vopel, Sprecherin der Landesbehörde. Gegnern bleibt damit nur noch der Klageweg. Die öffentliche Bekanntmachung erfolgt im Amtsblatt des Landesverwaltungsamtes, in der Mitteldeutschen Zeitung und in der Volksstimme per Anzeige am 16. Juni.

Die Betriebsgemeinschaft Schackenthal hatte vor rund vier Jahren zunächst vor, im Bereich der Verbandsgemeinde Saale-Wipper bei Amesdorf einen Stall für 450 000 Legehennen und 150 000 Junghennen zu bauen. Daneben sollten bei Osmarsleben 30 000 Schweine gehalten werden. Gegen diese Pläne liefen die Bürger in einer Gruppe mit dem Namen "Bürgerinitiative für Lebensqualität und nachhaltige Landwirtschaft - gegen Deutschlands größte Massentierhaltung" Sturm. Sie befürchteten Geruchsbelästigungen durch ausgebrachte Gülle, zunehmende Transporte, Ungeziefer und dadurch für viele Bewohner von Güsten und den nahegelegenen Orten eine Beeinträchtigung der Wohn- und Lebensqualität sowie einen Wertverlust der Grundstücke.

Sprecher der Gruppe ist der Warmsdorfer Klaus Gerner gewesen. Befragt zu den aktuellen Meldungen sagt er: "Wir haben damals einen Erfolg verbuchen können, weil wir durch unseren Widerstand abwenden konnten, dass hier die Riesenställe gebaut werden. Die Betreiber haben ihr Vorhaben reduziert und sich einen neuen Standort gesucht." Jetzt sei man noch als Nachbar betroffen, aber Protest müsste aus Schackenthal kommen. "Ich habe allerdings den Eindruck, dass die Akzeptanz für das Projekt dort größer ist", so Gerner.