Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) sah sich gestern Mittag bei seinem Besuch im Bürgerbüro der Regionalbereichsbeamten in Egeln mit seiner Polizeireform bestätigt. Sie hat sich auch nach Einschätzung Polizisten bewährt.

Egeln l "Das war die richtige Entscheidung, diese Reform zu machen. Es ist eine gute Reform", schätzte Stahlknecht gestern nach der Besichtigung der Räumlichkeiten der beiden Regionalbereichsbeamten am Alten Markt in Egeln und nach seinen Gesprächen mit mehreren Bürgermeistern ein. Einige hätten ihm gesagt, die Polizeiarbeit sei richtig gut. Und einer sei der Meinung gewesen, wenn es die Regionalbereichsbeamten nicht gebe, müsste man sie erfinden. "Es sind sehr gute Räumlichkeiten, in denen die Kollegen gut arbeiten können. Sie sind auch gerne hier, weil sie sich diesen Beruf ausgesucht hatten", sagte Stahlknecht, der am Schreibtisch von Polizeihauptmeisterin Ivonne Vorwerk Platz genommen hatte. Sie teilt sich in dem Büro, das sich in einem Haus der Umland Wohnungsbaugesellschaft Egeln befindet, ein Zimmer mit Polizeihauptmeister Reinhard Glage.

Auch bei der Bevölkerung werde die Umstrukturierung gut angenommen. "Das hat sich heute noch mal bestätigt. Die Polizei ist wieder vor Ort", sagte der Minister. Er lädt die Bürger der Egelner Mulde ein, die Möglichkeit wahrzunehmen, den Kontakt mit ihren Polizisten zu suchen und mit den Kollegen zu sprechen.

Bis der Rest greife, brauche man noch eine gewisse Zeit, sagte Stahlknecht.

Die damaligen Polizeistationen seien am Ende nur noch leere Gebäude gewesen, an denen draußen das Wort "Polizei" gestanden habe. Es habe aber keiner mehr drin gesessen. Jetzt seien die Kollegen nur noch für die Arbeit in ihrem Bereich eingesetzt und sollen auch Streife laufen und somit auf den Straßen präsent sei. Damit seien sie wesentlich bürgernäher, so der CDU-Politiker.

Die Regionalbereichsbeamten seien Polizisten wie andere auch. Das bedeute, dass sie, wenn eine Straftat vorliege, diese aufzunehmen haben. Das gleiche gelte auch für Verkehrsunfälle, sagte der Minister.

Verbandsgemeinde-Bürgermeister Michael Stöhr lobte die Zusammenarbeit zwischen der Verwaltung und der Polizei. "Sie funktioniert gut. Die Brennpunkte sind bekannt", sagte er.

"Auch die Kooperation mit den Bürgermeistern ist hervorragend, zum Beispiel, wenn man schnell Hilfe braucht oder es um die Begleitung von Umzügen geht", sagte der Vorsitzende des Verbandsgemeinderates Peter Fries (CDU), der zugleich auch Bürgermeister der Gemeinde "Bördeaue" ist.

Er dankte Stahlknecht, dass er nach seiner Kritik an der Polizeireform der Diskussion nicht ausgewichen sei. Fries hatte sich im Sommer des vergangenen Jahres im Innenministerium darüber beschwert, dass der Notruf 110 nicht funktioniert hatte. Mit dessen Hilfe wollten Tarthuner Bürger einen Einbruch in den örtlichen Bauhof melden.

Stahlknecht sagte, die Polizei sei auf ein modernes Computersystem umgestellt worden. Da könne es anfangs Probleme geben. Das sei aber nun erledigt.

"Ich hoffe, dass der Notruf künftig funktioniert", sagte Fries. "Dann darfst du wieder schimpfen", antwortete ihm Stahlknecht.

Obwohl die beiden Regionalbereichsbeamten in den Nachbarstädten Staßfurt und Hecklingen wohnen, haben sie den Schritt nach Egeln zu gehen, nicht bereut, machten sie gestern deutlich. "Das Bürgerbüro in Egeln hat sich bewährt", sagte Ivonne Vorwerk. Die Bürger nähmen die Sprechstunden und die Möglichkeit, Gespräche mit ihnen zu führen, an.