Demokratie hat viele Facetten. Eine davon schlägt sich in der Arbeit eines Elternkuratoriums nieder. Die Interessen einer Einrichtung zu vertreten, zählt zu den Hauptaufgaben eines Kuratoriums. So können die Mitglieder des Gremiums auf die kommunalpolitische Entscheidungsfindung einwirken. Jüngst geschehen bei der politischen Debatte zur Erhöhung der Elterbeiträge.

Staßfurt/Löderburg. Wenn die Kleinen etwas wollen, werden sie es den Großen schon sagen. Möchte man zumindest meinen. "Doch so einfach ist das nicht", weiß Daniela Asmussen, Vorsitzende des Elternkuratoriums der Löderburger Kita "Zwergenland". Die Kleinen brauchen ein Sprachrohr – Menschen, die lediglich in ihrem Interesse handeln. Menschen, die sich in Zusammenarbeit mit Kita-Leitern, Eltern, Trägern und politischen Gremien um eine konstruktive Arbeit bemühen. Ein Elternkuratorium.

Stadtratssitzungen statt Kaffeeklatsch

Welche Möglichkeiten für ein Kuratorium bestehen, bei der politischen Entscheidungsfindung mitzuwirken, zeigte die jüngste Debatte zur Erhöhung der Elternbeiträge. So wurde das Kuratorium um Daniela Asmussen im Rahmen eines Anhörungsverfahrens tätig. "Es galt, die Vorlage der Stadt Staßfurt zu erörtern, die damals eine Erhöhung von 37 Euro für einen Ganztagsplatz vorsah", erklärt Asmussen. Die Stellungnahme des Kuratoriums sei anschließend im Sozialausschuss zu Rate gezogen worden und gab Anlass für die nachfolgenden Änderungsanträge.

Mitglieder des Elternkuratoriums wohnten hier sowohl dem Ausschuss als auch den Stadtratssitzungen bei. Dies macht nicht nur den Zeitaufwand deutlich, sondern offenbart auch das Themenspektrum, mit dem sich solch ein Kuratorium auseinandersetzt.

"Wer denkt, dass Kuratoriumsmitglieder nur Kaffee trinken und Kita-Feste planen, der irrt gewaltig", verdeutlicht Daniela Asmussen. Die Arbeit sei sehr abwechslungsreich, wenn auch zeitaufwändig. "Wir treffen uns mindestens ein Mal im Monat zur Sitzung, die ganz formell entsprechende Tagesordnungspunkte enthält, über die beraten wird. Zudem kommen Termine wie Ortsbegehungen, Treffen mit Trägern, Stadtratssitzungen und Ausschüsse hinzu. Und manchmal eben auch Feste, die organisiert werden müssen."

Das Elternkuratorium der Löderburger Kita besteht derzeit aus zehn Mitgliedern, die für zwei Jahre gewählt werden. Im Idealfall sei es jeweils ein Elternvertreter aus jeder Kita-Gruppe. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass viele Eltern die verantwortungsvolle und zeitaufwändige Arbeit scheuen.

Daniela Asmussen selbst ist bereits seit sechs Jahren Kuratoriumsvorsitzende. Sie mache es den Kinder zuliebe, sagt sie. Die 33-Jährige hat einen sieben Jahre alten Sohn, der in der Kita "Zwergenland" in den Hort geht. Die Zeit für die Pflichten, die sie als Vorsitzende hat, nimmt sie sich, "obwohl dies manchmal sehr schwierig ist", betont sie.

Das nächste Thema, in das sich das Kuratorium konstruktiv einbringen möchte, liegt bereits auf dem Tisch – die Einführung flexibler Öffnungs- zeiten in den städtischen Kitas. Eine Stellungnahme wurde bereits erarbeitet.

Generell befürwortet das Kuratorium die Einführung. Im Fall der Löderburger Kita hält sich der Bedarf hierfür jedoch in Grenzen. So benötigen einer Erhebung zufolge von 180 Kindern lediglich sechs eine frühzeitigere Betreuung und nur fünf eine spätere Betreuung. Dennoch sei der Kuratoriumsvorsitzenden durchaus bewusst, dass es in anderen Einrichtungen ganz anders aussehen kann.

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