Das vergangene Jahr ist beim Neujahrsgespräch der Unabhängigen Wählergemeinschaft Egeln noch einmal beleuchtet worden. Aber auch Vorhaben, die für dieses Jahr geplant sind, wurden angesprochen.

Egeln. Auch in diesem Jahr hat die Unabhängige Wählergemeinschaft Egeln (UWGE) im Theaterkeller der Wasserburg das nun schon traditionelle Neujahrsgespräch durchgeführt. Dr. Jürgen Riehl, Vorsitzender der UWGE, konnte Mitglieder und andere Interessenten aus Egeln, der Egelner Mulde und der Stadt Hecklingen begrüßen. Anwesend war auch Hartmut Wiest aus Staßfurt von der UWG Salzland, Kreistagsmitglied und Kandidat der Freien Wähler Sachsen-Anhalt für die Landtagswahl.

Der Bürgermeister der Stadt Egeln, Reinhard Luckner, und der Verbandsgemeindebürgermeister Michael Stöhr, beide Mitglied der UWGE, berichteten über Erreichtes im vergangenen Jahr, über Probleme, die noch nicht gelöst sind und über Vorhaben im neuen Jahr.

So konnte Reinhard Luckner einschätzen, dass die Zusammenarbeit innerhalb der Verbandsgemeinde sich stetig verbessert hat. Der Straßenbau im Bereich Schlossstraße, Pestalozziplatz und Meisterstraße konnte erfolgreich abgeschlossen werden, allerdings bereitet das abzureißende Haus in der Schlossstraße wegen der notwendigen Sperrung immer noch Probleme.

Ausbau der Bergstraße wird abgeschlossen

Probleme gab es auch mit Hochwasser. Gemeinsam mit dem Ordnungsamt und dem Verbandsgemeindebürgermeister werde ständig die Hochwassersituation beobachtet, die sich zurzeit entspannt, und es werden Maßnahmen festgelegt. "Die Ehle, in Egeln Schäfergraben genannt, ist zurzeit randvoll und es erweist sich als erforderlich, dass Bäume innerhalb der Bachmulde gewachsen sind, die dringend beseitigt werden müssen. Es soll der Antrag gestellt werden, dass dieses Gewässer wegen der Bedeutung für den Hochwasserschutz dem Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW) unterstellt werden soll", erklärte Michael Stöhr.

In diesem Jahr soll auch der Ausbau der Bergstraße abgeschlossen werden, außerdem müsse der Fußweg am Busbahnhof erneuert werden. Das aufwendigste Vorhaben in der Stadt, mit 3,4 Millionen Euro von der EU gefördert, der Um- und Anbau des Schulzentrums an der Wasserburg, wird in diesem Jahr beginnen.

Michael Stöhr zog nach einem Jahr des Bestehens der Verbandsgemeinde im Wesentlichen positive Bilanz. Zum Kompetenzbereich der Verbandsgemeinde gehören neben den Verwaltungsaufgaben für die fünf Mitgliedsgemeinden neun Kindertagesstätten, drei Grundschulen, acht Ortsfeuerwehren, zwei Sporthallen, der Schachtsee Wolmirsleben und das Waldbad Egeln. Mehrere Vorhaben wurden 2010 durchgeführt oder werden 2011 fortgeführt, wie zum Beispiel der Umbau in der Grundschule Westeregeln, die Fassadengestaltung an der Grundschule Wolmirsleben, die Beschaffung von drei Fahrzeugen für die Feuerwehr und Rekonstruktionsmaßnahmen in der Kita "Bördespatzen" Egeln.

"In der folgenden freien Diskussion wurde unter anderem geäußert, dass sich in einigen Fällen die Verwaltung besser als Dienstleister für die Bürger verstehen sollte, das heißt, dass man ihre Anliegen ernst nimmt, zu helfen versucht und sie nicht vor den Kopf stößt", erklärte Dr. Jürgen Riehl.

Gert Rumpf, Vorsitzender des Ausschusses Kultus und Soziales im Stadtrat Egeln, konnte berichten, dass mit Unterstützung von zahlreichen Sponsoren wieder eine Kinderweihnachtsfeier für bedürftige Familien durchgeführt werden konnte. Außerdem wurden alleinstehende ältere Bürger in Heimen und in der Stadt besucht. Er wies darauf hin, dass die Eigentümer von Häusern mit unansehnlichem Äußeren, wie die ehemalige "Grüne Tanne" oder Breiteweg 96, angesprochen werden sollten. "Eigentum verpflichtet", sagte Rumpf.

Problematik Notarztstandort

Auf Nachfrage, wie die Neustrukturierung der Notarztversorgung läuft, äußerte Dr. Wolfgang Sens sein nach wie vor bestehendes Unverständnis über die Abschaffung des Notarztstandortes in Egeln, der ein bewährtes System darstellte und zur Zufriedenheit aller, Ärzte wie Patienten, funktionierte. "Dadurch, dass auch der Notarzt aus der Kernstadt Staßfurt nach Atzendorf verlegt wurde, fallen viel mehr Einsatzkilometer an, zum Beispiel zu den Pflegeheimen in Hecklingen und Staßfurt. Die Hilfs-einsatzzeiten werden ebenfalls länger. Außerdem mussten Ärzte dafür extra eingestellt werden", machte Sens deutlich.

Hartmut Wiest bestätigte dies und erläuterte, dass es auch ein Anliegen der Freien Wähler sein wird, das entsprechende Gesetz im Landtag zu präzisieren, falls der Einzug bei der Wahl am 20. März gelingt. Dort heißt es bisher, dass die Notarztstandorte "wohnortnah" gebildet werden sollen, besser sollte es zum Beispiel heißen "in Siedlungszentren". Außerdem sollten die einzuhaltenden Hilfsfristen verringert werden. Hartmut Wiest erläuterte anschließend noch weitere Grundsätze aus dem Programm der Freien Wähler und beantwortete Fragen der Teilnehmer dazu.

In der anschließenden kurzen Mitgliederversammlung wurde der Vorstand neu gewählt, in dem weiterhin Dr. Jürgen Riehl als Vorsitzender, Helmut Stöhr als Stellvertreter, Gert Rumpf und Silvio Döring vertreten sind. Außerdem arbeitet Renate Enkelmann als Vertreterin der Mandatsträger der UWGE im Vorstand mit.