Die Ortsumgehung Brumby ist schon lange ein Ansinnen der Bürger. Für die Entlastung der inneren Ortsstraße hat sich einst die Bürgerinitiative gegründet. Zu den Unterstützern gehört der Landesverkehrsminister. Über das bisher Erreichte informierte sich die Volksstimme vor Ort.

Brumby. Recht umfangreich ist der Ordner, den Hartmut Rüger vor sich liegen hat. Darin zu blättern, gibt jede Menge Aufschluss. Aufschluss darüber, was es bedeutet, sich in einer Bürgerinitiative zu engagieren. Seit Dezember 2007 gehört der Brumbyer zu den Kämpfern an vorderster Front, um eine Ortsumgehung für den Ort zu erringen. "Wir haben gute Fortschritte gemacht", sagt Hartmut Rüger heute. In den vergangenen Jahren habe man viel erreicht. Die Weichen sind gestellt.

Am Mittwoch sollte nun Landesbau- und -verkehrsminister Karl-Heinz Daehre (CDU) nach Brumby kommen, um sich über den Stand in Sachen Ortsumgehung zu informieren. Der Termin musste jedoch kurzfristig wegen Sondersitzungen zu dem Zugunglück bei Oschersleben abgesagt werden. Für die Brumbyer ist das kein herber Rückschlag. Sie sind sich der Unterstützung aus dem Ministerium sicher. "Herr Daehre hat uns bisher exzellent unterstützt", schätzt der 64-Jährige ein.

Zustimmung erhält Rüger in diesem Punkt auch von Wolfgang Günther. Der Stadtrat von "Wir für Brumby" gehört zu den Aktivisten der ersten Stunde. "Seit 2002 setzen wir uns bereits für die Ortsumgehung ein", berichtet er im Gespräch mit der Volksstimme. Anstoß für die Gründung der Bürgerinitiative "L 63 Ortsumgehung Brumby" sei damals eine Ortschaftsratssitzung gewesen, in der Günther "keine richtige Antwort" bekommen habe.

"Kurz nach der Gründung haben wir eine Unterschriftensammlung gestartet", berichtet der Senior weiter. Minister Karl-Heinz Daehre haben die engagierten Brumbyer 2007 mit ins Boot geholt. "Bei einer Straßenfreigabe in Glöthe haben wir ihm die Show gestohlen", erinnert sich Wolfgang Günther mit einem verschmitzten Grinsen auf den Lippen. "Bevor er das Band durchschneiden konnte, haben wir ihm alle Dokumente gegeben."

Seit diesem Zeitpunkt sei mehr Druck hinter der Geschichte. Das soll wiederum nicht heißen, dass die Bürgerinitiaive auf Krawall gebürstet gewesen sei, stellt derweil Hartmut Rüger klar. "Es ist bisher eine gute Zusammenarbeit gewesen", lobt Rüger, der sich im Dezember 2007 der heute zehn Mann starken Bürgerinitiave angeschlossen hat. Er weiß, "solch große umfangeiche Planungen wie die für eine Ortsumgehung dauern ihre Zeit". Im Prinzip sei man gut vorangekommen. "Die Baugrunduntersuchung ist gelaufen", berichtet Rüger. Auch sei ja die Entscheidung auf die Süd-Variante gefallen. "Zum Glück", so der Brumbyer, "sind dabei nur Ackerflächen betroffen". Also kein Wald oder Grundstück.

"Daehre hat die Ortsumgehung Brumby mit der höchsten Priorität eingestuft", nennt Hartmut Rüger einen für die Bürgerinitiative wichtigen Punkt. Er weiß aber auch, dass die Brumbyer, allen voran die am stärksten betroffenen Anwohner der August-Bebel-Straße, mit einen gewisser Erwartungshaltung und Hoffnung darauf warten, dass sich endlich etwas Sichtbares tut. Lärm, Erschütterung und Dreck seien schließlich lang genug von den rund 80 Menschen an der L 63 ertragen worden.

"Wir arbeiten mit dem Landesbetrieb Bau sehr gut zusammen", sagt Rüger und verweist trotzdem auf einen nicht zu vernachlässigendenden Fakt: "Mit jedem Jahr wird zudem die Bausubstanz der betroffenen Häuser schlechter." Dass die Brumbyer nach der Landtagswahl im März, zu der Daehre seinen Rückzug angekündigt hat, nicht wieder bei null anfangen müssen, davon ist Rüger überzeugt.

Ein Zeichen dafür ist sicher auch das schnelle Reagieren des Ministers. Noch am Mittwoch, als Daehre seinen Besuch in Brumby abgesagt hatte, gab dieser kurz danach den Alternativtermin in zwei Wochen bekannt. Dann wird Rüger ihm unter anderem aus seinem dicken Bürgerinitiave-Ordner berichten.