Güsten. Der Jüngste ist 68, die Älteste 86. Doch wenn Montagnachmittag punkt 16 Uhr die Übungsstunde ruft, stehen um die 15 rüstige Rentner aus der Abteilung Seniorensport des ESV Lok Güsten auf dem Parkett und sind richtig in Bewegung. Für die sorgen Übungsleiterin Hiltrud Albrecht, manchmal auch Bernd Ehrhardt oder auch Horst Zschech. Im Winter gehts in die kleine Schulturnhalle. Im Sommer zieht es die Sportfreunde an die frische Luft und ins Stadion. Schließlich ist man da auch nah an der Quelle bei "Lutzene". Sport macht bekanntlich Durst. Denn das Wichtigste bei der ganzen Sache – so wurde während der kleinen Feier im Bürgerhaus anlässlich ihres 20-jährigen Bestehens einmal mehr deutlich – ist die Geselligkeit.

"Wenn auch schon etwas älter, aber unsere Herzen für den Sport schlagen nicht kälter"

Immer wieder gab es großes Hallo, als Bernd Ehrhardt seine Foto-Präsentation von Übungsstunden, Feiern und Fahrten abspielte. Denn die insgesamt 19 Mitglieder gehen auch heute noch gern auf Tour. Mindestens einmal im Jahr. Ob Dresden oder Kassel, ob Tschechien- oder Spargel-Fahrt, die 16 Frauen und drei Männer möchten keine einzige Stunde ihrer gemeinsamen Erlebnisse vergessen.

Angefangen hatte alles am 8. Januar 1991, wie Erni Tometschko in ihrem kleinen Rückblick feststellte. Acht ältere Sportfreunde folgten damals dem Aufruf von Egon Tometschko zur ersten Übungsstunde in den alten düsteren Kinosaal hinterm "Schwarzen Bär".

"Schnell wurden es von Woche zu Woche mehr", erinnert sich die Witwe des einstigen Sportlehrers "Nach zwei Monaten bewegten sich 18 Männer und Frauen auf dem Parkett." Ein Jahr später zählte die Sportgruppe bereits 30 Mitglieder, die sich nun in der Schulsporthalle tummeln durften.

Wanderungen, Kegelnachmittage und Weihnachtsfeiern gehören natürlich ebenfalls zum Gruppenleben, das immer wohlwollend vom ESV Lok unterstützt wird. Dafür sagte die Festrednerin dem anwesenden Vereinsvorsitzenden Hartmut Kurde, seinem Vize Jürgen Mietzsch und der Kassiererin des Vereins Sabine Wolff herzlich danke.

Im Gegenzug sind die Senioren immer an Bord, wenn der Vorstand sie ruft – ob zum Schmalzstullenschmieren beim Fest der Vereine oder Trikotreparieren für die Fußballer. Die Senioren fühlen auch deshalb: Wir werden noch gebraucht.

Erni Tometschko brachte es zum Schluss reimend auf den Punkt: "Wenn auch schon etwas älter, aber unsere Herzen für den Sport schlagen nicht kälter. Wir wünschen uns alle für die kommenden Jahre Gesundheit und bleiben dabei – auf unsere Seniorensportgruppe ein kräftiges Sport frei!"

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