Hecklingen. Die Hecklinger Turnhalle ist in einem Zustand zwischen erschreckendem Sanierungsbedarf und einem Denkmal für DDR-Sportbauten. Die Sanierung ist eines der größten Gemeindeprojekte, bei dem man vor sehr viel Arbeit steht, und kann in zwei Wochen beginnen. Wie und was Stadt und Firmen mit der Verwandlungskur vor sich haben, zeigt ein Besuch der kleinen Halle.

"Wir haben die Bauzeit auf drei Monate angesetzt", sagt Bürgermeister Hans-Rüdiger Kosche, aber zieht dabei schon die Augenbrauen hoch, als ob er das selbst nicht ganz glauben kann. Er konnte es auch nicht glauben, als er die Turnhalle nach dem Amtsantritt das erste Mal sah. "Ich hätte nie gedacht, dass wir das mal in Angriff nehmen können", sagt er heute. Hecklinger wissen, wie die Sporthalle aussieht, vor allem die sportbegeisterten: ein Baustil, wie er noch aus tiefsten DDR-Zeiten bekannt ist. Und es ist erstaunlich, wie gut die Halle von den Sportlern gepflegt wurde. Sie ist sauber und wird noch heute für den Sport genutzt.

Ein Rundgang führt nach einer dunklen Gasse auf schma-lem Weg am Kindergarten vorbei in das niedliche, belebte Häuschen der Turnhalle, das ab Februar für 316 000 Euro den Standards angepasst wird. Das Gesundheitsamt hatte bei Begutachtungen den Zustand bemängelt. Nach dem winzig kleinen Eingangsbereich führt der Weg zum Spielfeld, an dem Trainer Volker Dorow das Spiel seiner jungen Volleyball-Mannschaft betreut.

Ins Auge sticht der alte, dunkelbraune Fußbodenbelag mit grellen, bunten Markierungen. Dieser Boden muss komplett raus, eine Firma wird den Sportboden und den Prallschutz an den Wänden ersetzen – nur eines von zehn handwerklichen Fachgebieten, die hier zum Einsatz kommen werden. Die Wände, von denen Seile zum Klettern hängen, bei denen man sich an flotte FDJler in Trainings-Shorts erinnert, haben Risse und tragen ein altes Weiß. An manchen Stellen haben sie dunkle Flecken: Hier müssen definitiv auch die Roh- und Trockenbau-Experten und dann die Maler ran. Eine Stereoanlage dient derzeit als Notbehelf, das Licht funktioniert nicht mehr überall, Elektriker müssen ran.

Für die Koordinierung dieser Arbeiten ist das Planungsbüro von Uwe Sonntag zuständig, das schon mit der Kita ihr Können bewiesen hat. Dieses stellt einen genauen Kostenplan auf – errechnet aus den 316000 Euro minus der 30-prozentigen Landesförderung, die bereits Ende 2009 zugesagt wurde. "Bis zum nächsten Freitag können die Firmen ihre Angebote für die Ausschreibung machen. Danach kommen alle auf einen Haufen und wir suchen das wirtschaftlichste heraus", sagt Kosche.

Dass der Zustand der Halle "einer der wichtigsten Punkte unserer Gemeindearbeit war" zeigen auch die Sanitäranlagen. Zehn kleine Kinderwaschbecken aus beigen Fließen erinnern an die Waschräume der früheren Kindergärten; neue Toiletten müssen ebenfalls eingebaut werden. Auch die alten Fenster werden ersetzt. Eine neue Heizungsanlage soll den Hobby-Ballspielern und den Hecklinger Schulklassen ihre Sporthalle warmhalten.

Doch für alle Sportler heißt es damit auch: Schluss mit dem Hallensport. "Für drei Monate ist eine Unterbrechung okay", sagt Kosche. Trainer Dorow: "Da gehen wir eben ins Freie zum Spielen". Die Vorfreude auf das Ergebnis scheint zu überwiegen. Ende Mai soll die Turnhalle ihre frisch gestrichenen Tore wieder öffnen.

   

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