Hecklingen (nme). Der Ausbau des Goldbachgrabens hat nach Ansicht der Stadt Hecklingen seine Bewährungsprobe bestanden. Eine vom Land geförderte Investition in das Vorflutsystem bei Groß Börnecke in Millionenhöhe war im vergangenen Jahr getätigt worden. Nach Einschätzung von Bau- und Ordnungsamtsleiterin Sigrid Bleile haben die modernisierten Gräben ihren Teil zum Hochwasserschutz im Ortsteil Jakobsgrube beigetragen. Wären sie nicht so breit, tief und groß ausgebaut worden, wäre der kleine am See gelegene Ortsteil sicher komplett untergegangen, meint Bleile. Wie sie dem Stadtrat Dienstagabend mitteilte, sei ihres Wissens kein Wohngebäude in der Jakobsgrube betroffen gewesen. Und das, obwohl die "Wassermassen, die aus Egeln kamen, schon gewaltig waren", sagte die Amtschefin.

Grundwasser bleibt weiterhin Problem

Die Bodewiesen in Gänsefurth sind ihr zufolge derzeit nach wie vor überschwemmt. Bleile hofft nun, dass die Lage sich dort mit neuen Niederschlägen nicht weiter verschärft. "Wenn nichts Neues kommt, läuft das Wasser langsam ab", so die Amtschefin.

Sie äußerte sich Dienstag-abend ebenfalls zur steigenden Grundwasserproblematik in Cochstedt. Das Problem war bereits im vergangenen Jahr aufgetreten. In den letzten Wochen und Monaten waren im Rathaus vermehrt Fälle bekannt geworden, in denen Keller auch in Schneidlingen und Groß Börnecke voll liefen. Die Stadt hatte zuvor bereits Kontakt mit der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) aufgenommen, nachdem der Ortschaftsrat Cochstedt dazu geraten hatte.

Die LMBV ist zuständig für mögliche Folgeschäden des Bergbaus. Und die wiederum waren vom Rat als Ursache für das Ansteigen des Grundwassers in Cochstedt wegen der Flutung des nahegelegenen Concordia Sees bei Nachterstedt nicht ausgeschlossen worden. Die zuständige LMBV konnte die Vermutungen aber nicht bestätigen. "Uns wurde mitgeteilt, dass Cochstedt außerhalb ihres Betrachtungsgebietes für den Concordia See liegt", begründete Bleile die Absage.

Haushalte wurden angeschrieben

Den Ursachen für das ansteigende Grundwasser will die Stadtverwaltung dennoch auf den Grund gehen und hat eine Befragung gestartet. Alle Haushalte in den betroffenen drei Ortsteilen wurden angeschrieben und gefragt, seit wann sie mit dem steigenden Grundwasser zu kämpfen haben. Außerdem will die Stadt in Erfahrung bringen, in welcher Zeit des Jahres keine Probleme auftreten. Schon über 100 Fragebögen wurden von betroffenen Haushalten ausgefüllt zum Rathaus zurückgeschickt.

Mit der Bestandsaufnahme will die Stadt Rückschlüsse auf mögliche Gründe für das Hochwasser ziehen. Experten sollen in diesem Zusammenhang ebenfalls zu Rate gezogen werden. Fest steht für Sigrid Bleile schon jetzt, dass die Ursache nicht an einer Stelle festzumachen ist, sondern mehrere Faktoren einspielen. Sind sie aufgedeckt, könne gehandelt werden. Prognosen, was gegen das steigende Grundwasser getan werden kann, stehen im Bauamt auch schon jetzt im Raum. Vielleicht müsste die Grabensohle in den Vorflutern allgemein etwas tiefer gelegt werden.

Auch der Einfluss des Goldbachs in die Bode sei zu schmal. Möglichkeiten zu schaffen, wie das Wasser in diesem Bereich breiter abfließen könne, wären vielleicht ebenfalls hilfreich, so die Vermutung von Sigrid Bleile.