Staßfurt. Eine Bilanz zum jüngsten Hochwasser hat Oberbürgermeister René Zok gezogen. Vor dem Stadtrat berichtete er aus dem Einsatzplan beginnend mit dem 7. Januar, als bei einem Bodepegel von 1,70 Meter die Horst gesperrt werden musste und das erste Mal das Liethe-Wehr bei Warmsdorf gezogen wurde. Der Lagefilm endete am 30. Januar.

"Insgesamt wurden etwa 15 000 Sandsäcke mit rund 70 Tonnen Sand verbaut. Der Stadtpflegebetrieb war mit mindestens fünf Personen täglich im Einsatz. Die Ortsfeuerwehr Löderburg hatte täglich von 8 bis 20 Uhr mindestens eine Gruppe mit neun Kameraden in ständiger Einsatzbereitschaft. Drei Einsatzkräfte der Verwaltung der Stadt Staßfurt waren teilweise 24 Stunden im Einsatz", fasste Zok zusammen. Die entstandenen Gesamtkosten würden derzeit zusammengestellt.

Zu Spitzenzeiten waren etwa 80 Einsatzkräfte aus allen Staßfurter Ortsfeuerwehren und des THW Staßfurt gleichzeitig unterwegs, insgesamt 92 Feuerwehrkameraden, viele davon mehrmals. Der Oberbürgermeister bedauerte: "Meinem Aufruf zur Unterstützung der Einsatzkräfte beim Sandsackbefüllen ist nur ein Bürger der Stadt Staßfurt gefolgt."

Zok bedankte sich bei allen Einsatzkräften der Feuerwehr, des THW und des Eigenbetriebs sowie bei den Mitarbeitern der Verwaltung für ihren Einsatz. "Das Zusammenspiel der Wehren untereinander hat sehr gut geklappt. Die Motivation der Kameradinnen und Kameraden war hoch", attestierte er. Dank gelte aber auch denjenigen Kameraden, die im Rahmen des Hochwasserschutzes nicht aktiviert wurden, die aber während dieser Zeit die Absicherung des Brandschutzes und eventueller technischer Hilfeleistungen absicherten.

"Dank gilt zudem den Firmen Technisat, Bau-Elze und Gerüstbau Bier. Sie stellten Paletten zum Sandsacktransport bereit beziehungsweise einen Radlader und bauten einen Steg für die Anwohner der Neuen Welt", zählte René Zok auf. Die genaue Auswertung des Hochwassers beginne dieser Tage und münde in der Vervollständigung des Hochwasserdokuments, welches den Ablaufplan bei bestimmten Alarmstufen vorgibt.

"Gespräche sind auch zu führen mit den Verantwortlichen des Landesbetriebs für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft zur Stabilität der Deiche und zu den Einflüssen, die das Ablassen der Rappbodetalsperre und das Öffnen des Liethe-Wehrs auf den Wasserstand in Staßfurt hat", kündigte der Oberbürgermeister an.

Unterm Strich könne jedoch festgestellt werden, dass die eingeleiteten Maßnahmen nach dem Jahrhunderthochwasser 1994 funktioniert und Staßfurt vor größeren Schäden bewahrt hätten.

"Hoffen wir, dass es nicht wie 1994 weitergeht. Denn, so hat man mir berichtet: Nach dem Januar ging es im April erst richtig los...", sagte Zok abschließend.