Standortvorteile nutzen und mehr Besucher anlocken – in Hecklingen könnte dieser Plan möglicherweise aufgehen. Die romanische Basilika Sankt Georg und Pancratius wäre bestenfalls das werbende Zugpferd des Ortes. An der Straße der Romanik und dem Europaradweg R1 bei Gänsefurth gelegen, hat das Gotteshaus beste Chancen, als Radfahrerkirche künftig auf Landkarten und Schildern ausgewiesen zu sein. Noch mehr Fahrradtouristen als sonst könnten das Bild der Stadt in Zukunft prägen. Denn der Strom der R1-Reisenden würde möglicherweise in Hecklingen Station einlegen.

Hecklingen. Im vergangenen Jahr wurden die Weichen gestellt. Bemühungen, dass die Basilika Sankt Georg und Pancratius sich Radfahrerkirche nennen kann, laufen seit 2010. Über den Gedanken des spirituellen Tourismus allgemein sei die Idee entstanden, den Namen für sich zu gewinnen, berichtet Pfarrer Christfried Kulosa.

Wird die Basilika Radfahrerkirche, würde das bedeuten, dass sie auf speziellen Beschilderungen ausgewiesen wird und auch auf Radwegekarten verzeichnet ist.

Derzeit sei zwar noch nichts entschieden. Doch die Initiatoren rechnen sich gute Chancen aus, dass die Bewerbung um den Status "Radfahrerkirche" erfolgreich ist. Ob es dazu kommt, wird sich voraussichtlich noch in diesem Jahr zeigen. "Gespräche dazu laufen", ist Kulosa optimistisch.

Denn schon jetzt kommen Reisende aus ganz Sachsen-Anhalt und anderen Bundesländern nicht selten an der Basilika über den R1 bei Gänsefurth vorbei. Sogar aus Holland, Frankreich oder Belgien waren Fahrradtouristen in den letzten Jahren auf Stippvisite im Ort. Und die Zahl derer, die einkehren, könnte wachsen, vorausgesetzt das Konzept geht auf.

Denn der Tourismus mit den Bikes erfreut sich Kulosa zufolge auch allgemein an wachsender Beliebtheit. Sich über Reisebüros Pakete schnüren zu lassen, eine Tour auf zwei Rädern zu unternehmen und verschiedene Stationen einzulegen – Das sei auch allgemein ein Zweig, der touristisch im Kommen sei.

Diesen Trend im Hinterkopf haben die Initiatoren der Radfahrerkirche in spe reagiert. In der Fülle der vielen touristischen Angebote sei es wichtig, den Blick der Aufmerksamkeit potenzieller Besucher auf sich zu richten. Dazu gehöre auch, dass man sich immer wieder etwas Neues einfallen lasse und neue Impulse setzen müsse, meint der Pfarrer

Verantwortlich für die Bemühungen zeigte sich in Hecklingen auch der "Freundeskreis Basilika Hecklingen". Zudem machten sich die Mitglieder, des 1996 aus der Taufe gehobenen Vereins, jüngst für ein weiteres werbewirksames Instrument ihrer Kirche stark.

Die Rede ist von einem neuen Veranstaltungsflyer, der zwar noch in Arbeit ist, aber als Entwurf mit historischen Daten und Fakten zu ausgewählten Hintergründen der Kirchengeschichte bereits vorliegt. Außerdem gibt er Überblick über die Höhepunkte des Konzert-sommers 2011.

Star-Tenor, Drehorgel und Familie von Trotha

Besucher dürfen sich in diesem Sommer unter anderem auf einen historischen Vortrag zur Geschichte der Familie von Trotha freuen. Musikalischer Höhepunkt soll ein Konzert mit Star-Tenor Björn Casapietra sein. Außerdem wird es eine Ausstellung mit Holzschnitzarbeiten sowie Werken der Öl- und Aquarellmalerei geben. Ferner ist der Gastauftritt einer Theaterkompanie aus Leipzig in Planung ebenso wie ein Konzert mit dem Drehorgel-Orchester Braunschweig. Nicht zum ersten Mal in der Basilika zu erleben ist das Rossini Quartett aus Magdeburg. Mit dem Auftritt der Hecklinger Chöre setzen die Veranstalter eine weitere Tradition fort.

Die Termine für die Veranstaltungen werden mit der Veröffentlichung des Flyers bekannt gegeben. Er soll im Gemeindeboten ausgelegt werden und ist nach Fertigstellung im evangelischen Pfarramt, Haus der Begegnung, erhältlich.

Schließlich strebt die Kirchengemeinde die Vernetzung ihrer werbewirksamen Maßnahmen mit anderen Gemeinden an. Ein gemeinsames Informationsfaltblatt mit Gernrode und Frose ist in Planung.