Ausführlich, im Beisein vieler Gäste und mit Lob von allen Seiten zogen die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Coch-stedt auf ihrer Jahreshauptversammlung Freitagabend einen erfolgreichen Schlussstrich unter das zurückliegende Jahr 2010. Auch die bisherige erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Verkehrsflughafen Magdeburg-Cochstedt International spielte mit ein. Am Ende gab es ein Versprechen der musikalischen Art.

Cochstedt. "Einsatzmäßig lief das Jahr verhältnismäßig ruhig ab", so die Einschätzung des Wehrleiters. Insgesamt musste seine Mannschaft sieben Mal ausrücken. Sie löschte einen Brand, stand für weitere zwei Hilfeleistungen zur Verfügung und meisterte zusätzlich vier Einsätze. Unfallfrei ging die Arbeit über die Bühne. Dabei hätten die Bedingungen aus Sicht des Wehrleiters zahlenmäßig besser sein können. "Leider hatten wir 2010 einige Austritte zu verzeichnen, weil Kameraden aus Cochstedt wegzogen. Es ist das erste Mal in meiner 18-jährigen Wehrleitertätigkeit, mit gleich fünf Kameraden weniger zu arbeiten", musste Krabiell mit Bedauern feststellen.

Krabiell, der sich selbst aber als zuversichtlichen Wehrleiter bezeichnete, lässt sich und sein Team davon nicht entmutigen. Denn an Unterstützern, Sponsoren, befreunden Vereinen und Wehren mangelt es nicht. Zudem kann sich die Wehr auf einen engen Zusammenhalt innerhalb der eigenen Truppe verlassen.

Zahlreich waren auch die Gäste der Einladung ins Gerätehaus gefolgt. Lobende Wortmeldungen en masse schwebten bis zum Ende der Sitzung im Raum. Die Schützen, der Sportverein, der Hundesportverein, Mitarbeiter der Stadtverwaltung sowie die Bürgermeister brachten sich ein und erhielten im Gegenzug von den Gastgebern viel Dank.

Blick Richtung Zukunft optimistisch

Nicht nur deshalb stimmt der Blick in Richtung Zukunft die Wehrleute optimistisch. Denn für Nachwuchs ist gesorgt. In der 2009 neu gegründeten Kinderfeuerwehr machen zehn Mädchen und Jungen mit. In der Jugendfeuerwehr engagieren sich weitere 15 potenzielle aktive Kameraden. Alles in allem ist die Wehr mit 73 Mitgliedern dem Wehrleiter zufolge bestens aufgestellt.

Ein großes Aushängeschild auch über die Landesgrenzen hinaus haben die Blauröcke seit vielen Jahren vorzuweisen. Ihr Spielmannszug hat sich und seiner Wehr vielerorts einen Namen gemacht. Ob Geburtstage, Jubiläen, Karneval, Umzüge, Feste oder Feiern – Die 24 Hobbymusiker unter Leitung von Joachim Scheller sorgten mit 42 Spieleinsätzen 2010 für beste Stimmung, wo sie nur konnten. Und die Nachfrage ist im Vergleich zu 2008 sogar um sechs Auftritte gestiegen. "Mit Instrumenten sind wir ganz gut bestückt", so Scheller, wenngleich neue Flöten ein Wunsch des Kapellmeisters für die Zukunft sind.

Neue Kleidung, Küche und frischer Fußboden

Insgesamt gingen für die Kameraden 2010 zwar nicht alle Haushaltsplanwünsche in Erfüllung. Umso erfreuter zeigte sich der Ortswehrleiter über das trotz knapper Kassen Angeschaffte. Dazu zählen komplette Ausstattungen an Dienstbekleidung für weitere Mitglieder der Wehr; auch als Ersatz unter anderem mit Stiefeln und Feuerwehrhelmen. "Was die Einsatzbekleidung anbelangt sind wir jetzt wieder auf dem neuesten Stand", so Krabiells Einschätzung. Auch was die Montur der Spielleute anbelangt. Sie freuten sich über neue Blusen, wobei die ein oder andere auch schon aus der eigenen Tasche bezahlt worden sei.

Zudem sammelten die Kameraden Geld, um den Fußboden im Schulungsraum wieder flott zu machen. Ein förderndes Mitglied sponserte die Verlegearbeiten. Auch insgesamt war die Hilfsbereitschaft 2010 sehr groß. Firmen, Gewerbetreibende und private Leute griffen der Wehr im Rahmen einer groß angelegten Spendenaktion unter die Arme. Ein Zelt konnte angeschafft werden, dank weiterer Förderer ist die Küche im Schulungsraum weiter gewachsen.

Für 2011 ist den Kameraden seit Freitag eine zweite Motorkettensäge bereits gewiss. Ankündigungen darüber hinaus kamen nicht nur aus den eigenen Reihen. Auch die Gäste des Abends stimmten mit Zukunftsplänen optimistisch. Erstmals mit dabei: Vertreter vom Verkehrsflughafen Magdeburg-Cochstedt International. Bisher habe die Zusammenarbeit zwischen dem Unternehmen seiner Werkswehr und den Kameraden schon bestens funktioniert. Die Cochstedter sind sicher, dass sie das auch künftig hinbekommen. Ein musikalisches Versprechen haben sie dem Airport am Freitag schon gegeben: "Wenn Ende März der erste Flieger Richtung Barcelona abhebt, freuen wir uns, wenn der Spielmannszug spielen darf", sagte Joachim Scheller zu.

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