Seit Wochen beschäftigt das Hochwasser am Schachtsee in Wolmirsleben nicht nur die betroffenen Camper und Bungalowbesitzer. An diesem Sonnabend soll es eine Einwohnerversammlung geben, bei der es um die Zukunft des Sees geht.

Wolmirsleben. Das Wasser am Schachtsee geht zurück. Das ist die gute Nachricht, die Verbandsgemeindebürgermeister Michael Stöhr und Bürgermeister Knut Kluczka am Anfang dieser Woche verkünden konnten. Innerhalb weniger Tage ist der Pegel um mehrere Zentimeter gesunken. Ob es daran liegt, dass der Bodedamm in der vergangenen Woche geöffnet wurde, ist nicht eindeutig zu sagen. "Wir wissen ja nicht, wie sich der Pegel entwickelt hätte, wenn wir die Öffnung nicht vorgenommen hätten", erklärte Michael Stöhr. Am kommenden Sonnabend, dem 26. Februar, wird es um 10 Uhr eine Informationsveranstaltung im Versammlungsraum am Campingplatz geben. Dort soll besprochen werden, wie es am Schachtsee weiter geht.

Seit Wochen beschäftigt die Anwohner der hohe Stand des Wassers des Schachtsees. Mehrfach wurde der Ärger darüber deutlich gemacht. Stimmen wurden laut, dass man sich im Stich gelassen fühlt. "Das viele Wasser, das über den Zulauf in den See gelangt, ist nichts Ungewöhnliches", erklärt Knut Kluczka und legt Fotos vor, auf denen der Zufluss ähnlich stark ist, wie er in den vergangenen Wochen war. "Man muss bedenken, dass wir in den letzten vier Jahren im Durchschnitt viel mehr Niederschläge hatten. 2010 kam sogar doppelt so viel Wasser runter", erklärt der Bürgermeister. Das müsse ja auch irgendwo hin. Hinzu kommt, dass in den Jahren bis zu 40 Prozent weniger Wasser aus Flüssen und Seen entnommen wird. Landwirtschaft und Industrie brauchen immer weniger Wasser.

74 Campern wurde bereits gekündigt

Das Schließen des Zulaufs sei völlig unmöglich. Dafür gebe es mehrere Gründe. "Zum einen würde der See irgendwann austrocknen und veröden. Baden und Angeln wären dann nicht mehr möglich", begründet Kluczka. Außerdem würden die Ackerflächen vernässen. "Das betrifft rund 600 Hektar Land. Das können wir den Landwirten nicht zumuten", ergänzte Michael Stöhr.

Und auch bei der Umverlegung, die die Camper und Bungalowbesitzer anregten, gebe es große Probleme. Es gibt Höhenunterschiede, die überbrückt werden müssen. "Das ist eine Maßnahme, die nicht von jetzt auf gleich gemacht werden kann. Außerdem kann die Gemeinde die Kosten niemals dafür aufbringen", machte Michael Stöhr noch einmal deutlich. Das Problem werde aber nun in die Arbeitsgruppe des Landkreises gegeben, die am kommenden Montag zum ersten Mal tagt.

Knut Kluczka machte noch einmal klar, dass es am Schachtsee keine Wohnhäuser gibt: "Baurechtlich gesehen, stehen dort nur Bungalows. Und so soll es auch bleiben. Das Landesverwaltungsamt hat die Umwandlung in ein Wohngebiet verweigert. Die, die jetzt dort wohnen, haben auch das Recht. Doch das ist nicht übertragbar. Sollten die Bungalows übertragen oder verkauft werden, geht automatisch das Wohnrecht verloren."

Zudem seien nur die Gebäude am Seeblick vom Oberflächenwasser betroffen. Bei allen anderen Bungalows handele es sich um Grundwasser. "Und damit muss ich rechnen, wenn ich so dicht an einem See baue und auch noch einen Keller errichte", erklärte Kluczka weiter.

74 Campern, die ihre Wohnwagen in den ersten Reihen des Zeltplatzes hatten, wurde nun gekündigt. Neue Verträge werden jetzt erst einmal nicht abgeschlossen. Fest steht, sollte die Verbandgsgemeinde weiter den Schachtsee betreiben, dann werden die Preise neu kalkuliert. "Die Betreiberkosten müssen umgelegt werden. Wir müssen dort kosteneffizient arbeiten", erklärte Michael Stöhr.