#NULL#Die Wohnungs- und Baugesellschaft mbH Staßfurt, die die kommunalen Wohnungen der Stadt Staßfurt verwaltet, hat das vergangene Geschäftsjahr mit einer schwarzen Null abgeschlossen. Erstmals seit Jahren gab es innerhalb eines Jahres auch wieder einen Zuwachs bei den Mietern und wenn es sich dabei nur um eine Person handelte.

Staßfurt. "Es spricht vieles dafür, dass jetzt die Talsohle erreicht ist", sagte der Geschäftsführer Dr. Dieter Naumann. Da spiele aus seiner Sicht auch der Landkreis eine Rolle. Denn mit solche Entscheidungen wie die Schließung des Krankenhauses werden Mieter aus Staßfurt vergrault. "Es sollte aber niemand denken, dass die dann nach Bernburg ziehen", so Dr. Naumann.

In diesem Jahr, so kündigte er an, werde sich das städtische Unternehmen auf die Sanierung der Mehrfamilienhäuser in der Schillerstraße 15 bis 17 konzentrieren. Sie werden mit Balkonen auf der Westseite versehen, so dass die Mieter dort die Abendsonne genießen können. Obwohl man dort einen höheren Aufwand betreiben werde, um den Energieverbrauch zu senken, werde man keine höhere Miete nehmen können. "Das macht uns das Leben schwer", sagte der Geschäftsführer.

In Richtung Jahresende soll es mit der Sanierung dann in der Stillen Straße 1 bis 5 in Leopoldshall weiter gehen. "Wir können keine größere Maßnahmen mehr schultern, weil wir nur noch mit unserem Eigenkapital arbeiten können. Wir können keine Fremdmittel mehr aufnehmen", informierte Dr. Naumann.

Weiter denken müsse man künftig in Richtung Energieeffizienz. Bei den im vergangenen Jahr grundhaft ausgebauten Wohnungen am Schäfereiberg 1 bis 4 habe man den Primärenergiebedarf um 91 Prozent senken und dadurch pro Jahr bei gleichem Nutzerverhalten 448 000 Kilogramm Kohlendioxid einsparen könne.

Wie die anderen ostdeutschen Wohnungsbaubetriebe hat auch die Staßfurter Gesellschaft, die rund 2700 Wohnungen, hauptsächlich in Staßfurt, besitzt und verwaltet mit dem Leerstand zu kämpfen. Zurzeit sind es 18 Prozent des Bestandes. "Wir haben eine geringfügige Entspannung auf diesem Sektor zu verzeichnen. Das ist um so bemerkenswerter, weil das Abrissprogramm beendet ist", sagte Dr. Naumann.

Er hat starkes Interesse daran, dass es nach 2013 fortgesetzt wird. Ein weiterer Rückbau von 200 bis 250 Wohnungen in den DDR-Plattenbausiedlungen Am Tierpark oder in Staßfurt-Nord sei unausweichlich, sollte sich der Einwohnerschwund in den nächsten Jahren fortsetzen. Der Abriss sei aber nur möglich, wenn die Unternehmen dafür Fördermittel erhalten und gleichzeitig von den Altschulden befreit werden, sagte der Geschäftsführer. Sein Unternehmen hat nach der Wende insgesamt 640 Wohnungen vom Markt genommen, davon 560 mit einer Altschuldentlastung. Das bedeute, dass die Wohnungs- und Baugesellschaft mbH für 80 Wohnungen die Altschulden und die Tilgung bezahlen müsse, obwohl der Wohnraum gar nicht mehr vorhanden sei.

Ein weiteres Problem sei die Zahlungsmoral einiger Mieter. "Wir müssen davon ausgehen, dass 35 bis 40 Prozent zu den sozialschwachen Mietern gehören. Davon sind 25 Prozent auffällig im Zahlungsverhalten", teilte der Geschäftsführer mit. Mit dieser Personengruppe habe man Mietabtretungsverträge mit dem Jobcenter abgeschlossen.

Im Durchschnitt, so Dr. Naumann verschickt die Geschäftsführung pro Jahr 240 Abmahnungen, 40 Kündigungen und eine Räumungsklage. In diesem Zusammenhang appellierte der Firmenchef an die Mieter bei Problemen mit dem Verwalter zu reden und langfristige Vereinbarungen zu treffen. Am Mietpreis selbst dürfte es jedenfalls nicht liegen, denn ein Durchschnittswert von 4,05 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter dürfte für jeden erschwinglich sein. Dr. Naumann: "Unser Ziel ist es, sozialverträgliche Mieten zu sichern."