Auch die Mitgliedsgemeinden der Verbandsgemeinde Egelner Mulde befassen sich derzeit mit ihren Gaskonzessionsverträgen. Während in anderen Gemeinden darüber teils heftig diskutiert wird, sprechen sich die Gemeinden in der Egelner Mulde, so auch Egeln, für einen Abschluss mit der Erdgas Mittelsachsen GmbH Schönebeck aus.

Egeln. Der Stadtrat Egeln hat auf seiner Sitzung am Mittwochabend den Abschluss eines Gaskonzessionsvertrages mit der Erdgas Mittelsachsen GmbH (EMS) Schönebeck beschlossen. Einstimmig und ohne Diskussionen stimmten die Mitglieder diesem Beschluss zu.

Der mit der EMS abgeschlossene Konzessionsvertrag endet nach der vertraglichen Laufzeit von 20 Jahren am 18. Oktober. Daher muss ein neuer Vertrag abgeschlossen werden. Die öffentliche Ausschreibung im Bundesanzeiger, die gesetzlich vorgeschrieben ist, ist erfolgt.

Zwei Angebote sind bis zum Ablauf der Frist in der Verwaltung eingegangen. Angebote gaben die Erdgas Mittelsachsen GmbH mit Sitz in Schönebeck und die Firma Alliander AG mit Niederlassungssitz in Berlin ab. Hauptsitz der Alliander ist in Arnhem in den Niederlanden.

Hauptausschuss gab Empfehlung ab

Beide Unternehmen boten den Gemeinden den jeweiligen gesetzlich festgeschriebenen Höchstsatz als Vergütung an. Für jede Kilowattstunde, die der Netzbetreiber an Tarifkunden und Sondervertragskunden liefert, bekommt die Stadt Egeln Geld. "Die vorliegenden Vertragsentwürfe sind miteinander vergleichbar. Die EMS räumt der Stadt Egeln allerdings den Vorteil der Einsichtnahme in die eigenen Bestandspläne ein", heißt es in der Beschlussfassung.

Auch der Hauptausschuss der Stadt Egeln hat sich mit diesem Gaskonzessionsvertrag schon beschäftigt. Die Mitglieder gaben bei ihrer Sitzung dem Stadtrat Egeln die Empfehlung, einen entsprechenden Vertrag mit der EMS abzuschließen.

Die Stadt Egeln ist Gesellschafter und Anteilseigner der EMS GmbH. "Die bisherige Zusammenarbeit verlief ohne Probleme", ergänzte Bürgermeister Reinhard Luckner . Daher spreche auch nichts gegen den Abschluss des Vertrages.

Die Stadt gestattet dem Netzbertreiber während der Laufzeit dieses Gaskonzessionsvertrages, Straßen und Wege für den Betrieb, die Unterhaltung und den Ausbau des Gasverteilungsnetzes im Stadtgebiet zu nutzen. Außerdem verpflichtet sich die EMS, im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen jeden im Stadtgebiet, der dies wünscht, an die Gastverteilungsanlagen anzuschließen.

Gegenstand des Vertrags ist außerdem, dass der Netzbetreiber neue Gasleitungen bauen wird, um zusätzliche Kunden zu erreichen. Weiter heißt es: Die EMS wird erforderliche Erneuerungsmaßnahmen an vorhandene Gasverteilungsanlagen durchführen und mit der Stadt bei der Erstellung und Umsetzung örtlicher Konzepte zur Deckung des Energiebedarfes partnerschaftlich zusammenarbeiten und die Stadt dabei so weit wie möglich unterstützen.

Die Stadt Egeln als Standort der EMS?

"Wir müssen nun einmal sehen, wie es mit der EMS weiter geht. Wie man in der Presse verfolgen konnte, denkt man über den Umzug des Hauptsitzes nach. Das ehemalige Rathaus in Förderstedt und Objekte in der Stadt Staßfurt sind im Gespräch. Doch ich könnte mir vorstellen, dass auch die Stadt Egeln gut als Sitz geeignet wäre", sagte Bürgermeister Reinhard Luckner und nannte die zentrale Lage und die Anbindung an die vierspurige Bundesstraße 81 als Gründe. "Entsprechende Gespräche mit der EMS werden aufgenommen", ergänzte das Stadtoberhaupt. Nach Auskunft der EMS ist die Stadt Egeln nicht als Standort vorgesehen (siehe 1. Lokalseite).