Mit Witz und Tollerei haben zahlreiche weibliche Wesen am Freitagabend in Neundorf die Weiberfastnacht gefeiert. Dank des Männergesangs, schriller Tanzeinlagen und tierischer Auftritte kam die Stimmung der närrischen Frauen schnell zum Kochen.

Neundorf. Trotz ausverkaufter Karten für die erste Weiberfastnacht-Veranstaltung hatten die Organisatoren des einheimischen Männerchores einige Bauchschmerzen, wie es denn so laufen würde. Und, um er vorweg zunehmen, es wurde ein Abend, der alle Erwartungen bei Weitem übertraf.

Im rappelvollen Saal im "Neundorfer Hof" mit bunt und einfallsreich kostümierten Närrinnen aller Altersgruppen war die Stimmung schon vor dem eigentlichen Beginn außerordentlich gut. Nach dem Einmarsch des Tillinchen und des Ministerrats sowie dem Eröffnungsgesang des gemischten Chores "Ja wir feiern wieder" verkündeten Alexandra und Gabi, die beiden Moderatorinnen des Abends, dem Publikum: "Heut\' machen wir `ne Sause, wir versprechen, ihr geht auf allen Vieren nach Hause".

So ging es dann auch Schlag auf Schlag. Die "Sweetgirls" heizten gleich mit einem schwungvollen Madonna-Medley richtig ein, was schon die Ersten zum Mittanzen verleitete und von den Auftretenden die erste Zugabe forderte. Anschließend zog es "Kalle" alias Wolfgang Linke in die Bütt, allerdings nur versehentlich. "Bei der Ortsdurchfahrt habe ich ein Plakat gelesen, auf dem stand `Weiber fast nackt`, deshalb bin ich hier". Das muss wohl ein Irrtum gewesen sein, meinte er. Einmal da, beschwerte er sich darüber, dass in den bekannten Liedern immer nur die Frauen besungen werden. "Kein Aas besingt uns", äußerte Kalle sichtlich enttäuscht.

Danach drohten beim Auftritt der "Krähenfüße" mit den "Glocken von Rom" die Grundfesten des Hauses erschüttert zu werden, denn der johlende Beifall und das Getrampel der Närrinnen wollten nicht aufhören. Natürlich war wieder eine Zugabe fällig. Dann wollte Gabi von Alexandra wissen, was Männer und Wolken gemeinsam haben. "Wenn sie sich verzogen haben, kann es noch ein schöner Tag werden".

Nach den peppigen Auftritten der "Ladykracher"-Tanzgruppe mit Bonny Taylor-Melodien und den "Straßensängern", die mit ihrer "Fahrt in die Tschechei" eine riesige Polonaise auslösten, wurde es ländlich auf der Bühne des Hauses, denn die "Neundorfer Lerchen" bevölkerten diese als "bunte Kühe". Die Stimmung war auf dem absoluten Höhepunkt, als eine verrückte Muh-Kuh meinte, sie könne fliegen, besonders in Peru, in den Anden.

Doch dann kam ja noch Sophie Russell, direkt aus Paris frisch eingeflogen. "Geht\'s ihnen gut?", fragte Holger von Ramin das närrische Publikum. Auf ein langes "Jaaaa" meinte er oder sie "Dass wird sich jetzt ändern", was sich auf die Lachmuskeln bezog. Im Look einer unzweifelhaften leichten Lady setzte er oder sie noch ein Sahnehäubchen auf das tolle Programm mit Stories aus dem schrägen Millieu. Unter anderem empfahl sie den Weiberfastnachtsteilnehmerinnen Biskin als bestes Verhütungsmittel mit der Begründung "Schließt die Poren und hält den Saft zurück". Nach der Verkündung der wirksamen Diät zur Gewichtsreduzierung mit "Morgens Apfelmus, mittags Pflaumenmus, abends Orgasmus", tobte dann der Saal.

Als dann das Männerballett "Dreambabies" mit Sophie Russell und alle Mitwirkenden nach dem großen Finale die Bühne verlassen hatten, lautete das weitere Motto des Abend "Tanzt bis sich die Bretter biegen, im Bette könnt ihr später liegen".

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