Bei der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Tarthun wurde das vergangene Jahr noch einmal ausgewertet. 21 Einsätze, ein neues Löschgruppenfahrzeug und die großangelegte Katastrophenschutzübung zählten zu den Ereignissen im Jahr 2010. Natürlich wurden auch wieder Kameraden befördert und geehrt.

Tarthun. Es war ein ereignisreiches Jahr 2010 für die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Tarthun. Das wurde auf der Jahreshauptversammlung am Wochenende deutlich. "Viele wichtige Ereignisse haben das vergangene Jahr geprägt", sagte Wehrleiter Michael Kieler. Doch zuvor gab er eine Übersicht über die Einsätze im Jahr 2010.

21 Mal mussten die Kameraden ausrücken. Zum ersten Einsatz wurden die Blauröcke aus Tarthun am 19. Januar gerufen. Auf dem Dach des Dorfgemeinschaftshauses lag eine große Menge an Schnee, die beseitigt werden musste, um ein Einstürzen des Daches zu verhindern. Außerdem wurden Eiszapfen an der Dachrinne entfernt.

Im Februar hielt Orkantief "Xynthia" die Kameraden in Atem. Gleich zweimal rückten sie aus, um beschädigte Bäume zu entfernen. Im März folgte dann der erste Brandeinsatz des Jahres. In der Buschstraße brannte ein zirka drei Kubikmeter großer Holzstapel. Mittels Schnellangriffseinrichtung wurde das Feuer von 15 Kameraden gelöscht.

Ein Drache in der Stromleitung

Die fünfte Alarmierung des Jahres 2010 erfolgte am 21. April. Auf der Egelnschen Straße hatte sich ein Pkw überschlagen. Dabei wurde die Fahrerin heraus geschleudert und unter ihrem Fahrzeug eingeklemmt.

Zur Unterstützung der Feuerwehr Unseburg rückten die Tarthuner Ehrenamtlichen am 2. Juni aus. Beim Eintreffen vor Ort hatten die Kollegen aus Unseburg allerdings das Feuer schon gelöscht. Am 22. August mussten die Blauröcke aber wieder mit ran. Zwischen Unseburg und Tarthun stand ein Pkw in Flammen. Zusammen mit den Wehren aus Unseburg und Egeln wurde dieser Brand durch die Frauen und Männer gelöscht.

Einen kleinen Schrecken versetzte den Feuerwehrleuten die Alarmierung am 14. September. Die Brandmeldeanlage der touristischen Begegnungsstätte im Tarthuner Wöhl hatte ausgelöst. "Beim Eintreffen der Kameraden stellte sich heraus, dass beim Duschen die Türen zum Schlafraum offen standen, und dadurch die Anlage ausgelöst wurde", erklärte Wehrleiter Michael Kieler.

Und auch im vergangenen Jahr gab es wieder einen dieser "kuriosen" Einsätze. Musste 2009 eine Katze vom Baum gerettet werden, war es 2010 ein Drache in einer Hochspannungsleitung. "Es klingt zwar recht lustig, aber da eine Verbindung zu einem Wohnhaus bestand, wurde der Drache entfernt, um eine weitere Gefährdung des Hauses auszuschließen. Unterstützt wurden wir von den Wehren Unseburg und Egeln", so Kieler weiter. Außerdem wurde im Oktober der Fackelumzug zur Halloween-Feier des Spielmannszuges begleitet.

Am 17. November wurden die ehrenamtlichen Frauen und Männer wieder in das Tarthuner Wöhl gerufen. Wieder hatte die Brandmeldeanlage ausgelöst. Schuld war dieses Mal ein Teller mit Würstchen, der in der Mikrowelle explodiert war. Es folgten Einsätze wie die Beseitigung eines umgestürzten Baumes, die Löschung eines Brandes in einer Gartenlaube und die Unterstützung beim Wohnhausbrand im Breiteweg in Egeln im Dezember.

47 Lehrgänge im vergangenen Jahr

"Die Absicherung von örtlichen Feierlichkeiten, über Hilfe bei Sturmschäden und Verkehrsunfällen, bis hin zu Brandeinsätzen - all das gehört zu unseren Aufgabengebieten", machte Michael Kieler noch einmal deutlich. Doch eine fachlich kompetente und erfolgreiche Hilfe ist ohne die entsprechende Ausbildung nicht möglich. Daher sind auch in Tarthun ständige Weiterbildungen und Qualifizierungen nötig. Insgesamt 47 Lehrgänge wurden von den Einsatzkräften aus Tarthun erfolgreich abgeschlossen.

Ein echtes Großereignis war für die Kameraden die Katastrophenschutzübung im Tarthuner Wöhl im vergangenen Jahr. "Ich denke diese Großübung hat uns allen vor Augen geführt, was wir leisten können, wo wir an unsere Grenzen stoßen und wie wichtig die Zusammenarbeit mit anderen Wehren ist", erinnerte Kieler. Wohl das wichtigste Ereignis gab es zum Jahresende für die Wehr aus Tarthun. Am 21. Dezember konnten die Kameraden endlich ihr neues Löschgruppenfahrzeug aus Görlitz abholen. Aber nicht nur die großen Kameraden haben 2010 viel erlebt. Auch die Kinder- und Jugendfeuerwehr hat viel geübt. So blieb Michael Kieler nur, sich bei allen Kameraden zu bedanken.

Zusammenarbeit weiterhin fördern

Dem schloss sich auch Bürgermeister Peter Fries an. Nachdem er das Grußwort des Verbandsgemeindebürgermeisters verlesen hatte, lobte er die Arbeit der Tarthuner Kameraden. "Auf euch kann man sich verlassen. Ihr seid ein Bestandteil des Dorfes. Ich stehe weiterhin immer hinter euch", so Fries. Und auch Verbandsgemeindewehrleiter Matthias Schmidt lobte die Tarthuner Wehr: "Ihr zählt zu den drei leistungsstarken Wehren in der Verbandsgemeinde. Ihr könnt zufrieden sein mit dem, was ihr habt. Nun müssen wir nur noch die Zusammenarbeit der Wehren innerhalb der Verbandsgemeinde weiter festigen und ausbauen."

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