Wie wird der Unterricht organisiert? Welche Therapiemöglichkeiten sind integriert und wie werden die Kinder gefördert? Antworten darauf erhielten Besucher zum Tag der offenen Tür am Sonnabend in der Katharinenschule Schneidlingen. Lehrer und Mitarbeiter standen Rede und Antwort. Eltern, Angehörige, Mediziner, Pädagogen informierten sich auf Rundgängen über die Förderschule. Auch der Fortschritt der Technik war allgegenwärtig.

Schneidlingen. Das Gerät sieht aus wie die Tastatur eines Computers, allein die Knöpfe sind größer. Darauf abgebildet sind Symbole: Speisen, Getränke, die Wochentage, das Foto eines Schülers. Drückt man sie, erscheinen weitere Rubriken. Werden die Kennzeichen gewählt, erklingt eine Stimme. Je nach Kategorie kann sich der Nutzer so mitteilen. Von der Begrüßung über die Wahl des Essens bis hin zur Verabschiedung.

Die Rede ist von einem sogenannten "Talker" (Sprecher). "Damit haben Kinder, die wegen ihrer Behinderung selbst nicht reden können, die Möglichkeit, ein Stück weit unabhängiger zu sein." Doreen Viol ist mit dem Einsatz der Technik an der Schule bestens vertraut. Zum Tag der offenen Tür erklärte die pädagogische Mitarbeiterin interessierten Besuchern, wie der "Talker" funktioniert und welchen Nutzen dies mit sich bringt. Denn wegen einer Behinderung nicht sprechen zu können, bedeute nicht, sich nicht mitteilen zu können, ist Viol von den Vorzügen der Kommunikationshilfe überzeugt.

Im Laufe der Jahre habe sich gezeigt, dass der "Talker" sogar mehr sein kann als eine elektronische Ersatz-Stimme. Viol weiß, dass Kinder, die ihn regelmäßig genutzt haben, über ihn ihre eigene Stimme wiederfanden. Der schönste Satz eines Mädchens, an den sich Viol erinnern kann, steht symbolisch dafür: "Vivian ohne Talker sprechen. Vivian mit Mund sprechen." Viol kann sich noch gut an die Worte erinnern.

Dass die eigene Sprache über das Gerät gefördert wird, liegt ihr zufolge auch daran, dass der "Talker" an der Katharinenschule nicht nur im Unterricht zum Einsatz kommt. Auch im Rahmen der Logopädie finde er Anwendung, erklärt Viol. Sie begründet weiter: "Ziel ist es, dass die eigene Sprache immer weiter gefördert wird."

Das passiert je nach Bedarf und individuell. Was darüber hinaus an der Schule weiter möglich ist, stand am Sonnabend für die Gäste im Mittelpunkt. Auf Rundgängen lernten viele das Haus kennen. Mütter und Väter ehemaliger Schüler schauten vorbei. Ärzte sowie Eltern künftiger Einschüler nutzten die Gelegenheit, Gespräche mit Lehrern und pädagogischen Mitarbeitern zu führen oder sich Fragen zur Unterrichtsgestaltung und -organisation beantworten zu lassen. Vorgestellt wurden ferner die Reittherapie der Schneidlinger Klusstiftung, die Möglichkeit einer internatsmäßigen Unterbringung von Schülern und außerschulische Angebote.

 

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