Güsten/Staßfurt (dw). Güstens Bürgermeister Helmut Zander (SPD) fordert, dass auch die vom Hoch-, Dräng- und angestiegenem Grundwasser betroffenen Gemeinden mit in die Arbeitsgruppen des Landes einbezogen werden. "Die Akteure vor Ort wissen genau, wo die Probleme in den Städten und Gemeinden liegen. Sie haben auch Ideen für kurzfristige Lösungen. Da wäre es nur folgerichtig, wenn Vertreter an den Beratungen teilnehmen", sagte Zander in der Anregungenrunde der Kreistagssitzung.

Der Güstener Stadtchef ist wütend darüber, dass in den sieben Aktionsgruppen, die das Umweltministerium Sachsen-Anhalt entsprechend der Flußbereiche über das ganze Land verteilt ins Leben gerufen hat, um individuelle Lösungsansätze für die Wasserprobleme zu finden, lediglich Kreis-Umweltamt, Unterhaltungsverbände, Ministerien und Kommunen mit Modellcharakter, wie Schönebeck, sitzen.

Außerdem beschwert sich Helmut Zander darüber, dass es in den Kommunen viele kleinteilige Konzepte zum Hochwasserschutz gebe, die sich nicht ergänzen und zum Teil widersprechen würden. Der Güstener Stadtchef machte das am Beispiel eines Grabens deutlich, der Wasser von seiner Stadt abführe und in Neundorf durch den Gemarkungsbereich der Stadt Staßfurt verlaufe. "Für Güsten ist dieser Graben wichtig, im Hochwasserkonzept für Neundorf taucht er gar nicht auf", erklärt der Bürgermeister. "Wir haben im Moment das Problem: Eine Gemeinde schiebt der anderen das Wasser zu. Von nachhaltigen Lösungen kann keine Rede sein."

Helmut Zander will sich heute mit Vertretern des Unterhaltungsverbandes Untere Bode in Neundorf zu einem Arbeitsgespräch und einer Besichtigung treffen.