Löderburg. Der vom jüngsten Hochwasser am stärksten betroffene Ortsteil der Stadt Staßfurt will sich in der nächsten Ortschaftsratssitzung im April ausschließlich mit diesem brisanten Thema beschäftigen. Das kündigte Ortsbürgermeisterin Elvira Bartsch (Linke) an. "Das ist ein Problem, das uns sehr zu schaffen macht, nicht nur jetzt, sondern schon eine längere Zeit", fügte die Kommunalpolitikerin in der jüngsten Ortschaftsratssitzung hinzu. Dort begrüßte sie, dass das Umweltministerium damit begonnen hat, entsprechend den Flussbereichen sieben Arbeitsgruppen im Land zu bilden, in denen auch die Landwirte vertreten seien. Die Kommunen würden darum kämpfen, in diesen Gremien mitarbeiten zu können.

Die letzten Wochen seien für die Löderburger, insbesondere für die Feuerwehr-Kameraden anstrengende Tage gewesen, schätzte Bartsch ein. Auf großes Unverständnis stieß bei ihr das Verhalten einiger offenbar lebensmüder Mitbürger in dieser Zeit. So sei während des Hochwassers eine Frau beobachtet worden, die mit einem Kinderwagen auf dem Deich entlang fuhr beziehungsweise die überflutete Straße zum Löderburger See passieren wollte. "Ich hoffe", so die Ortsbürgermeisterin, "dass beim nächsten Mal die Sperrungen und Sicherheitsvorkehrungen von allen beachtet werden."

"Wir pumpen und pumpen das Wasser aus dem Tagebau. Wer bezahlt das eigentlich, Hecklingen oder wir", wollte Klaus-Dieter Vehlgut wissen. Diese Aufgabe habe Löderburg damals übertragen bekommen, obwohl es sich um die Hecklinger Gemarkung handele, sagte Bartsch.

Christian Neubauer (FDP-Fraktion) regte an, das Wasser für die Energiegewinnung zu nutzen. Das habe der damalige Stadtwerke-Chef Volker Schulz in Erwägung gezogen. Das könnte ein Forschungsprojekt für die Gymnasiasten werden, so Christian Bodensieck (SPD).