Neundorf/Hohenerxleben. Die Internet-Nutzer in Neundorf und Hohenerxleben, die bislang nur mit einer äußerst lahmen Verbindung durch das Internet surfen können, können aufatmen. Denn in beiden Staßfurter Stadtteilen geht es seit gestern auf diesem Gebiet voran.

Während in Hohenerxleben die Deutsche Telekom den Ausbau des Leitungsnetzes organisiert, kümmert sich in Neundorf die Mitteldeutsche Gesellschaft für Kommunikation mbH (MDSL) um diese Aufgabe. Beide Firmen hatten sich bei einer Ausschreibung durchgesetzt, sagte Oberbürgermeister René Zok (parteilos) vor dem ersten symbolischen Spatenstich.

Den Stein ins Rollen hätten der Hohenerxlebener Ortschaftsrat Helmut Müller und der dortige Ortsbürgermeister Sven Wagner gebracht. "Sie hatten in Hohenerxleben auch die Bedarfsabfrage allein durchgeführt. Dieses Engagement wurde von der Stadt aufgenommen und weiter entwickelt. So profitierte dann auch Neundorf durch ein eigenständiges Projekt", sagte der Oberbürgermeister und dankte den beiden Akteueren aus Hohenerxleben für ihre Unterstützung.

In beiden Ortsteilen, wo zurzeit nur sehr geringe Bandbreiten (0,3 Mbit/s) erreicht werden, wird jetzt die sogenannte Breitbandlücke geschlossen. Dort werden Glasfaseleitungen verlegt. Nutznießer sind private Haushalte und auch Gewerbetreibende. Letztere können bald sehr schnell ihre Leistungen via Internet anbieten. Die Breitbandversorgung wird für einen Standort bald so wichtig sein wie die Versorgung mit Strom und Wasser, sagte Zok.

Das Förderverfahren gestaltete sich aus seiner Sicht schwierig. "Ich hatte erst gar nicht so viel Hoffnung, dass Staßfurt zu den Begünstigten gehören wird", sagte der Oberbürgermeister. Jedoch habe man für beide Ortsteile die maximale Fördersumme von 87,5 Prozent durch den Einsatz von Mitteln aus dem Konjunkturpaket II erreichen können. In diesem Zusammenhang dankte Zok dem stellvertretenden Regierungssprecher Theo Struhkamp, der der Kommune immer beratend zur Seite gestanden habe.

Ingesamt haben beide Maßnahmen ein Zuschussvolumen zur Schließung der Wirtschaftlichkeitslücke an die Betreiber von 205 000 Euro. Davon entfallen 93 000 Euro auf Hohenerxleben und 112 000 Euro auf Neundorf. Der Eigenanteil der Kommune beträgt 25 625 Euro. Zok: "Die Bauarbeiten sollen spätestens im September abgeschlossen sein." Diesen Fahrplan bestätigte MDSL-Vertriebsleiter Carsten Stave in Neundorf. Dann können die Kunden mit bis zu 18 000 Mbit/s und später sogar mit bis zu 30 000 Mbit/s im Netz surfen, kündigte er an.