Ein mehr als 3,5 Tonnen schweres "Geschenk" hatte Innenminister Holger Hövelmann den Mitarbeitern des Deutschen Roten Kreuz (DRK) Staßfurt gestern mitgebracht. Im Zuge des Ausstattungskonzeptes, auf das sich Bund und Länder im Jahr 2007 einigten, überreichte er dem Katastrophenschutz einen neuen Krankentransportwagen.

Von Karolin Aertel

Staßfurt. Zwischen dem neuen Krankentransportwagen (KTW) und seinen Vorgängern liegen gut 20 Jahre technischen Fortschritts. Ein Blick in das modern ausgestattete Innere verrät es auf Anhieb.

Auch wenn der DRK-Vorstandsvorsitzende Fred Hänsel betont, er hoffe, der Notfallkrankenwagen kommt nicht oft zum Einsatz, verdeutlicht Innenminister Hövelmann doch: "Die aktuellen Geschehnisse in Japan zeigen einmal mehr, wie wichtig es ist, einen gut ausgestatteten Katastrophenschutz zu haben."

Die funktionierenden ehrenamtlichen Strukturen des DRK Staßfurt seien letztlich auch der Grund gewesen, warum die Rot-Kreuzler einen von insgesamt 33 Notfallkrankenwagen bekommen haben. "Es ist in gewisser Weise auch eine Auszeichnung ihrer Arbeit", erklärt Hövelmann. Neben Staßfurt haben auch Schönebeck und Bernburg einen KTW erhalten.

Bund Zivil- und Länder Katastrophenschutz

Bereitgestellt wurde das gut 80 000 Euro teure Fahrzeug vom Bund, in dessen Eigentum es auch verbleibt.

Hintergrund dessen: 2007 einigten sich Bund und Länder, dass der Katastrophenschutz den Kommunen und Ländern obliegt, der Zivilschutz dagegen dem Bund. So wurde vereinbahrt, dass Spezialressourcen wie beispielsweise ein Krankenwagen vom Bund gestellt werden, während die Länder die strukturellen Grundlagen schaffen.

Indessen Staßfurt seinen Teil der Abmachung vorbildlich erfüllte, löste nun auch der Bund seinen Anteil der Vereinbarung in Form eines KTW Typ 2B mit modernster Rettungsausstattung ein.

Mit leuchtenden Augen wurde der "Neue" in Empfang genommen. Hierzu waren nicht nur Innenminister Holger Hövelmann, Landrat Ulrich Gerstner, die Sachgebietsleiterin des Katastrophenschutzes des Kreises, Martina Lorenz, und Oberbürgermeister René Zok gekommen, sondern auch DRK-Geschäftsführer Thomas Marchewka sowie zahlreiche Mitglieder des DRK.

Neben aller Freude über die neue Errungenschaft, brannte den Rot-Kreuzlern eine wichtige Frage unter den Nägeln. "Wer soll den Krankenwagen fahren?"

Manch Führerschein gilt für den Neuen nicht

"Der KTW hat mehr als 3,5 Tonnen. Die neuen Führerscheine gelten jedoch nur bis 3,5 Tonnen. Was also tun?", fragt die Kreisbereitschaftsleiterin Anett Mingram in Hinblick auf Rekrutierung von Nachwuchs. Derzeit können von gut 40 Mitgliedern nur rund 15 diese Fahrzeuge führen.

"Das Problem ist uns auch seitens der Feuerwehren bekannt", so Hövelmann. Der bisherige Lösungsansatz eines so genannten "Feuerwehr-Führerscheines" sei jedoch nicht unumstritten. "Aber sowohl Bund als auch wir arbeiten an der Bewältigung des Problemes."

Neben der Führerschein-Problematik ist auch der wegfallende Freiwilligendienst eine Hürde, die in nächster Zeit zu nehmen ist. "Viele Zivildienstleistende bleiben uns auch nach ihrem Dienst erhalten", berichtet Mingram. Auch hier verwies Hövelmann darauf, dass das Land derzeit damit beschäftigt sei, sich etwas einfallen zu lassen.

 

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