Noch ist nicht bekannt, ob die historische Stahlbogenbrücke zwischen Gänsefurth und Staßfurt eine Zukunft hat. Die Entscheidung für Abriss und Neubau oder Erhalt und Sanierung ist eine Kostenfrage. Vor der Antwort kommt die Variante der Sanierung nochmals auf den Prüfstand.

Hecklingen. Nachdem Pläne zum Neubau der Bodebrücke zwischen Gänsefurth und Staßfurt und ein damit verbundener Abriss der alten Stahlbogenbrücke bei Heimat- und Geschichtsvereinen massiv auf Protest gestoßen war (Die Volksstimme berichtete), wird im Staßfurter Rathaus jetzt nochmals geprüft, was der Erhalt der historischen Kon-struktion kostet. Die Geh- und Radwegebrücke, die auf der Gemarkung der Städte Staßfurt und Hecklingen liegt, müsste im Fall einer Sanierung abgebaut und dann mittels Sandstrahlverfahren aufgearbeitet werden. Kostenangebote für eine solche Sanierung seien in Auftrag gegeben, hieß es Dienstagabend im Haupt- und Finanzausschuss der Stadt Hecklingen.

Im Bau- und Ordnungsamt schätzt Leiterin Sigrid Bleile, dass die Sanierung der Brücke im Endeffekt mehr kosten würde als der Neubau. Hinzu komme, dass noch nicht sicher sei, ob die Instandsetzung förderfähig ist. All das werde im Moment geprüft. Erst wenn Ergebnisse vorliegen, sei eine Entscheidung, was mit der Brücke geschieht, möglich.

Hecklingen und Staßfurt hatten eine Lösung gesucht, weil Schäden an der viel genutzten am Europaradweg R1 gelegenen alten Brücke immer wieder aufgetreten waren. Sie abzureißen und eine neue Brücke (Fachwerktrogbrücke aus Aluminium) zu bauen, wäre für die Städte mit einer zugesagten Förderung finanziell lukrativ gewesen. Die Kosten wollten sich die Kommunen anteilsmäßig aufteilen, weil 40 Prozent der Brücke auf der Gemarkung Hecklingen und 60 Prozent auf der Gemarkung Staßfurt liegen.

Im Stadtrat in Hecklingen waren diese Pläne Anfang Februar auf Widerstand gestoßen. Mitglieder bezeichneten die Brücke als "Denkmal aus der Gründerzeit" und erinnerten an ihren historischen Wert. In Staßfurt regte sich gleichfalls Protest. Heimat- und Geschichtsvereine liefen gegen den Abriss Sturm. Daraufhin hatte eine Beratung mit Vertretern aller Seiten stattgefunden. Wie Bleile sagte, sollen sie auch weiterhin in die Pläne einbezogen werden. Die Stadt Staßfurt sei bemüht, gemeinsam eine Lösung zu finden.