Der Staßfurter Stadtrat hat sich in seiner jüngsten Sitzung am Donnerstagabend auf Vorschlag von Stadtratschef Dr. Walter Blauwitz (Linke) einmütig dafür ausgesprochen alles dafür zu tun, damit das zurzeit noch unter Wasser stehende Strandsolbad so schnell wie möglich für den Badebetrieb geöffnet werden kann.

Staßfurt. Wenn es nach Oberbürgermeister René Zok (parteilos) gegangen wäre, wäre diese beliebte Freizeiteinrichtung in diesem Jahr nicht mehr geöffnet worden.

Darauf habe er sich mit der Verwaltung verständigt, hatte das Stadtoberhaupt zuvor erklärt. Die Pumpen der Freiwilligen Feuerwehr, deren Einsatz Gastwirt Burghard Nimmich in der Bürgerfragestunde vorgeschlagen hatte, würden dort durch das Salzwasser Schaden nehmen, erklärte Zok. Zudem sei auch der Abwasserzweckverband "Bode-Wipper" nicht erfreut, wenn man das salzhaltige Wasser in sein Kanalnetz pumpen würde, gab das Stadtoberhaupt zu bedenken.

Zok wollte dort lediglich Erhaltungsmaßnahmen durchführen. Zudem teilte er mit, dass er beabsichtige, dem Stadtrat eine Verpachtung des Objektes zum 1. Januar 2012 vorzuschlagen, damit dort ein privater Betreiber tätig werden könne. Dazu werde dem Rat demnächst der Entwurf eines Grundsatzbeschlusses vorgelegt.

Wie Nimmich sagte, hätten die Feuerwehr-Kameraden seinen Berechnungen zufolge dort neun Tage lang zu tun, um den Wasserspiegel um 1,5 Meter abzusenken. In diesem Zusammenhang erinnerte der Gastwirt daran, dass in diesem Jahr aufgrund der Wasserprobleme schon das Naherholungszentrum in Wolmirsleben geschlossen bleiben werde, so dass sich alle auf den Löderburger See stürzen werden.

Stadtratschef Dr. Blauwitz sprach von einer prekären Lage, verwies aber darauf, dass es im vergangenen Jahr am Strandbad einen großen Zulauf gegeben habe. Deshalb sollte man alles Erdenkliche tun, um diese Einrichtung noch in diesem Jahr wieder nutzbar zu machen, regte er an.

"Das Strandbad ist noch ein Wahrzeichen unserer Stadt", sagte der Kommunalpolitiker. Wenn man sich nun intensiv darum kümmere, würden auch die Verpachtungschancen steigen. Deshalb sollte man nichts unversucht lassen, auch wenn es nicht gelinge, das Objekt zum offiziellen Start der Badesaison am 15. Mai wieder seiner Bestimmung zu übergeben. "Wenn wir sagen würden, mal sehen, wie sich das entwickelt und nichts unternehmen, würde es harsche Kritik der Bürger hageln", ist Dr. Blauwitz überzeugt.

Auch die Landwirte, die mit Hoch- oder Oberflächenwasser zu tun hätten, müssten eine Wasserhaltung betreiben. Sie könnten auch nicht warten, bis die Natur das Problem regele. "Das sind wir den Bürgern schuldig", betonte der Stadtrats-chef und fügte hinzu: "So viele Dinge, die Staßfurt anziehend machen, wie das Strandsolbad, haben wir nicht."

"So eine Situation wie heute hatten wir dort noch nie", sagte der stellvertretende CDU-Fraktionschef Heinz Czerwienski. Seinen Informationen zufolge müssten dort 15 Millionen Liter Wasser abgepumpt werden. Das müsse aber schnell erfolgen, denn es fange schon an zu blühen und unangenehm zu riechen und drohe umzukippen. Dabei müsse darauf geachtet werden, dass der Salzgehalt von zwei Prozent erhalten bleibe.

Der Chef der Fraktion Unabhängige Wählergemeinschaften, Hartmut Wiest, verlangte eine Prüfung, ob durch das Abpumpen des Wassers der Salzgehalt des Sees reduziert werde.

Corinthus Schobes, der Fraktionschef der UBvS verlangte, dass der Oberbürgermeister einen Fachmann zu Rate zieht.