Die Zukunft der Schneidlinger Wasserburg bleibt nach wie vor ungewiss. Das Objekt sollte am Sonnabend auf einer Versteigerung in Berlin seinen Besitzer wechseln. Dazu kam es aber nicht. Weil sich keine Kaufinteressenten fanden, kam die Burg vorerst noch nicht unter den Hammer.

Schneidlingen. Für Sonnabend, 11 Uhr, war die Versteigerung der Schneidlinger Wasserburg von der Deutschen Grundstückauktionen AG im abba Hotel in Berlin mit einem Mindestgebot von 49000 Euro angesetzt. Die Auktion fand zwar statt, allerdings hat sich niemand daran beteiligt. Damit bleibt Maximilian von Götzen, ein Unternehmer aus Ungarn, der die Burg im Frühjahr 2008 ebenfalls über ein Auktionshaus im Internet ersteigert hatte, vorerst weiter der Eigentümer.

Ein auf der Burg ansässiger Förderverein, der seit Jahren für den Erhalt der Burganlage kämpft, will das Gebäude für die Öffentlichkeit zugänglich erhalten. Die Mitglieder setzen große Hoffnungen in einen neuen Eigentümer "Es geht nicht nur darum, dass wir einen neuen Besitzer finden, sondern vor allem darum, dass er mit uns langfristig zusammenarbeitet", sagt Fördervereinsmitglied Hans-Jochen Hertel. Ziel des Vereins sei es, mit dem Burgherren zu kooperieren. Das müsste dann auch in einem Vertrag besiegelt werden. Nur so sei es möglich, die Sanierung der Burg gemeinsam weiter voran zu bringen.

Und das ist dringend nötig. Denn der jetzige Besitzer der Burganlage hat dem Verein zufolge vom Bau- und Ordnungsamt sowie der Denkmalschutzbehörde die Auflage erteilt bekommen, bis zum Ende des Jahres Notsicherungsmaßnahmen und ein Entkernen im Anbau der Burganlage durchzuführen. Auch in weiteren Teilen der Burg müsste investiert werden. Zwar seien einige Bereiche schon neu, etwa der Turm mit Wappenfries. Im Vergleich zu dem, was an Geld weiter nötig wäre, aber ein Tropfen auf dem heißen Stein, bedauerte der Förderverein.

Umso mehr setzen die Mitglieder alles daran, Förderer und Sponsoren zu finden. Auch auf Rundgängen. Der Verein organisiert Führungen, Mitglieder sind nahezu täglich vor Ort. Sie sind zudem mit der Geschichte der im 13. Jahrhundert erstmals erwähnten Wasserburg bestens vertraut.

Informationen zur Historie gab es in jüngster Vergangenheit nicht selten. Potenzielle Käufer reisten nach Schneidlingen. Seitdem bekannt ist, dass das Objekt wieder versteigert wird, kamen Interessenten aus ganz Deutschland, um sich vor Ort ein Bild zu machen, weiß Hertel. Er hat in den letzten Wochen viele Führungen begleitet. Aus Gesprächen hat er erfahren, warum viele vom Kauf eher Abstand nehmen. Hertel denkt, dass der künftige Investitionsbedarf abgeschreckt hat.

Für den Verein trotzdem kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Wenn sich in den nächsten 14 Tagen nachträglich kein Käufer mehr findet - das wäre nämlich auch noch möglich - soll die Versteigerung der Burg neu angesetzt werden. "Möglicherweise mit einem geringeren Preis", schätzt Hertel. Wann es dazu kommt, kann aber im Moment noch nicht gesagt werden.