Nachwuchssorgen machen Vereinen vielerorts zu schaffen. Den Hecklinger Schützen geht es nicht anders. Dabei hat die Gilde in den letzten Jahren auf ihrem oft genutzten Stand am Weinbergsgrund beste Voraussetzungen geschaffen, andere für das Hobby zu begeistern. Eine neu errichtete Bogensportanlage sieht der Verein als Chance. Zurecht: Viele Interessenten haben wegen der kleinen Rarität schon an die Vereinstür geklopft. Was dem Verein aber noch fehlt, ist ein Übungsleiter.

Hecklingen. Eigentlich müsste sich die Hecklinger Schützengilde 1849 e.V. um neue Mitglieder keine Gedanken machen. Die Nachfrage seitens der Bevölkerung, im Verein mitzumachen, ist da. Eine kleine Besonderheit, die der Verein neben dem Schützenheim auf seinem Schießstand vor zwei Jahren selbst aufgebaut hat, ist der Grund. Die Rede ist von einer Bogensportanlage. "Zwei offene Pokalwettkämpfe haben schon stattgefunden. Interessenten, die der Sektion Bogensport beitreten würden, wären zur Genüge da", weiß Vereinschef Harry Wehr. Sogar aus Schulen seien schon Anfragen an den Verein herangetragen worden. Und auch eine komplette Bogensportausrüstung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene hat sich der Verein angeschafft.

Verein zahlt Ausbildung

Umso bedauerlicher sei es, dass der Aufbau einer Sektion Bogensport im Verein noch in der Schwebe sei. Der Grund: Dem Verein fehlt jemand, der die Übungsstunden leitet, ein Trainer. Zwei Kampfrichter habe der Verein zwar schon ausgebildet. "Sie können das Training aber nicht leiten, weil sie beruflich so eingespannt sind, dass die Zeit nicht da ist", begründet der Vereinsleiter die Suche nach einem neuen Übungsleiter. "Er müsste Zeit für zwei bis drei Stunden Training in der Woche haben und Interesse für den Bogensport mitbringen", schildert Wehr die Voraussetzungen. Der Verein würde ihn zudem unterstützen und die Kosten für eine spezielle Ausbildung, die weiterhin nötig wäre, übernehmen.

Im Moment zählt die Hecklinger Schützengilde 64 Mitglieder. Eine Zusammenkunft gab es jüngst zur Jahreshauptversammlung. "Alles in allem können wir als Verein stolz auf das Erreichte sein", bilanzierte Wehr. Er lobte die Einsatzbereitschaft und den Fleiß vieler Mitglieder, dankte für ihr Engagement bei Veranstaltungen und Baumaßnahmen, sprach von unzähligen freiwilligen Aufbaustunden auf dem Schießstand. "Durch großzügige Geld-, Sach- und Materialspenden haben wir uns ein Objekt geschaffen, das sich im Kreis und Landesvergleich sehen lassen kann."

Sportlich wie kulturell hatte der Verein daheim und auswärts 2010 viele Termine auf dem Programm. Kreismeisterschaften (Gebrauchsrevolver und -pistole) liefen auf dem eigenen Stand, ebenso wie Osterpokal, Herbstpokal, Festtagsbratenschießen und Silvesterpokal.

Sportjahr erfolgreich

"Der Verein kann auf ein erfolgreiches Sportjahr zurückblicken", wertete Wehr die Leistungen durchweg positiv. Gute Platzierungen erzielten auch die Senioren und Frauen. Höhepunkt im jährlichen Vereinsleben sei zudem das Königsschießen mit der Proklamation der Majestäten zum Schützenball. Mit seinen Würdenträgern waren die Hecklinger auch am vierten Königsempfang des Kreises vertreten. "Wir erkämpften viele vordere Plätze bei den Kreismeister- und Pokalwettkämpfen. Ich kann voller Stolz sagen, dass wir an das Leistungsniveau der vergangenen Jahre anknüpfen können", sagte Wehr.