Gemeinsame Sache haben Schönebecker und Barbyer Touristiker gemacht. Sie haben den "Freizeitlotsen", eine kompakte Info-Broschüre über die Region, erstellt. Die 30000 Stück werden nun in Hotels, Stadt-Infos und touristischen Unternehmen als kostenlose Zugabe für Urlauber, die die Region kennenlernen wollen, ausgelegt. Dadurch wachsen die beiden Elbestädte als ein touristischer Ort zusammen.

Schönebeck/Barby. Ein Kreis schließt sich - im wahrsten Sinne der Worte. Gestern haben Schönebecker und Barbyer Touristiker den Freizeitlotsen vorgestellt. Mit der kompakten Info-Broschüre wollen die Vertreter der beiden Elbestädte gemeinsam auf die hiesige Region und ihre zahlreichen Angebote aufmerksam machen. Sowohl Besucher als auch die Bürger von hier sollen so auf den Geschmack gebracht werden und den Elbe-Saale-Winkel mit all seinen Finessen kennenlernen. Dafür haben beide Städte gemeinsame Sache gemacht.

Mit einer Stückzahl von 30000 fühlen sich die Touristiker gut aufgestellt. "Die werden wir jetzt überall in der Region verteilen", kündigt Sven Ellert von der Schönebecker Wirtschaftsförderung an. Sowohl die Tourist-Informationen und Hotels als auch gas-tronomische Betriebe und die Freizeitlotsen-Macher selbst werden diese kompakte Broschüre kostenlos auslegen und an ihre Besucher weitergeben. "Damit habe ich etwas in der Hand", freut sich Stefan Celba von der Ambiente Naturwerkstatt. Oft fragen ihn seine Gäste nach Sehenswürdigkeiten, die er als Ortskundiger empfehlen könnte. "In dem Moment ist es schöner, nicht nur mündlich den Tipp zu geben, sondern zugleich dieses Informationsblatt weiterzugeben", erklärt der Barbyer. Ähnlich sieht das Sibylle Schulz, Leiterin des Schönebecker Soleparks. "Den Freizeitlotsen in seiner jetzigen Form nimmt man sich als Gast im Hotel zum Beispiel gern mit aufs Zimmer." Denn, das fügt Soleparkmitarbeiterin Linda Pickert hinzu, "das wirkt nicht wie so ein Werbeblatt, sondern bietet dem Nutzer einen Mehrwert".

Seit Juli 2009 treffen sich zwischen fünf und 15 Unternehmen aus dem Schönebecker Gebiet zum Tourismusstammtisch. "Wir tauschen uns untereinander über unsere Produkte und Ideen aus", erklärt Sven Ellert. Erst aus diesem Wissen heraus könne man Angebote für die Gäste entwickeln und sie miteinander verknüpfen. Klares Ziel ist: die Verweildauer der Gäste in der Region zu erhöhen. Ähnlich sehen das die Kollegen der Einheitsgemeinde Barby, die sich in dem Tourismusprojekt Grafschaft Barby bündeln. Kein Wunder also, dass sich beide Vereinigungen nun zusammengeschlossen haben. "Es gibt viele Themen, die wir gemeinsam vermarkten können", begründet das Katrin Scholz von der Barbyer Verwaltung. Während die einzelnen Angebote vielleicht keine überregionale Ausstrahlung besitzen, so würden sie in der Summe die Region ausmachen und interessant machen. Und das zeigt der Freizeitlotse eindrucksvoll bunt und mit reichlich Bildmaterial auf seinen 16 Seiten.

Darin sind die einzelnen Ausflugsziele aufgeführt, mit einem kleinen Bild, kurzer Beschreibung und den Kontaktdaten. Vor allem für Radfahrer interessant dürfte die Landkarte sein, mit der man sich schnell orientieren kann und die eigene tägliche Route individuell zusammenstellen kann.

Für die Stadt Barby steht besonders die 1050-Jahrfeier im Sommer im Mittelpunkt. Daher sind das Festprogramm vom 20. bis 28. August genauso wie alle anderen Veranstaltungshöhepunkte abgedruckt, die die Einheitsgemeinde in diesem Jahr zu bieten hat.

Mit "Betreten erwünscht" ist der Beitrag über das Biosphärenreservat Mittelelbe überschrieben. "Es freut uns sehr, dass sich auch dieses Gebiet jetzt mehr öffnen will", sagt Sven Ellert. "Wir haben in dem Freizeitlotsen Kur, Freizeit und regionale Angebote in einer ordentlichen Form gebündelt", beschreibt der Schönebecker Verwaltungsmitarbeiter das 16 Seiten umfassende Heft. Finanziert ist die Broschüre im Übrigen allein durch die Lotsen-Macher selbst und 14 Werbepartner. "Wir haben je zur Hälfte Anzeigen und redaktionelle Beiträge" sagt Sven Ellert. Ob der Erste-Hilfe-Service für das Fahrrad, Restaurants, Galerien oder Apotheke und Schlauchbootverleih, die Anzeigen ergänzen das Informationsmaterial. "Wenn wir im kommenden Jahr wieder einen neuen Freizeitlotsen herausgeben, können sich weitere Werbepartner engagieren", wirbt Ellert um noch mehr Mitstreiter.

Derweil sich die Touristiker also an einen Tisch gesetzt und gemeinsame Sache gemacht haben, bleibt ein Problem bestehen, das für einigen Unmut sorgt. "Unser Defizit bleibt, dass wir zwischen Schönebeck und Barby keinen Radweg haben", bringt Jens Strube, Bürgermeister der Stadt Barby, es auf den Punkt. Er bringt sein Unverständnis darüber zum Ausdruck, wie zwar die beiden Kommunen den Weg zueinander finden, jedoch am Ende die Grundvoraussetzung fehlt, damit Urlauber gefahrenfrei von A nach B gelangen.

"Wir hoffen jetzt auf die Kreisgrabenanlage bei Zackmünde", bringt Sven Ellert an dieser Stelle eine Idee ins Gespräch. Denn im Zuge der Ausgrabungen und der touristischen Erschließung könnte die Region in das Projekt "Himmelswege" aufgenommen werden. "Ziel dieser Route ist es, die touristischen Potenziale entlang der Sachsen-Anhalt-Strecke zu erschließen", erklärt Ellert.

"Wir haben hier tolle Angebote", fasst Sibylle Schulz zusammen. Genau diese Bandbreite sei es, die sich sehen lassen kann und dementsprechend nach außen kommuniziert werden sollte. "Sowohl für unsere Gäste als auch für die Bürger vor Ort", schätzt die Soleparkleiterin ein. "Man muss nicht immer weit wegfahren, auch hier bei uns gibt es viele attraktive Ausflugsziele", wirbt die Soleparkleiterin für die Region.