Löderburg. Der Staßfurter Haushaltsentwurf 2011 mit Detailpositionen der zu erwartenden Löderburger Zuwendungen für die Feuerwehr, Grundschule und Kindertagesstätte, Straßen, Wege und Brücken, Ortskernsanierung sowie den Friedhof passierte den Löderburger Ortschaftsrat ohne größere Diskussion. Die Stadtkämmerin Margit Döhling erläuterte dabei einige neue Kostenzuordnungen, welche durch die Eingliederung des Gebäudemanagements der Stadtverwaltung in den Stadtpflegebetrieb entstanden sind.

Den absoluten Schwerpunkt der Löderburger Ratssitzung bildete schließlich der Tagesordnungspunkt zur Problematik Hoch- und Grundwasser. "Löderburg ist normalerweise sehr schön von Wässern wie Bode, etlichen Seen und Gräben umgeben, aber zu Zeiten des Hochwassers wird dies unerträglich", leitete die Ortsbürgermeisterin Elvira Bartsch die Diskussion zum Hoch- und Grundwasser ein. Christian Neubauer erläuterte als Erster aus seiner Sicht die Ursachen. "Wir müssen seit längerem konstatieren, dass durch verstärktes Ablassen von Wasser aus der Rappbodetalsperre zu ungünstigen Zeiten sich Schwemmsand in unserem Bodebereich ablagert, der dann durch entstehende Querströmungen in Flussverlauf die Dämme beschädigt", schätzte er ein.

Eine Sanierung der Entwässerungsgräben in der Region halte er auch für dringend erforderlich, aber ohne eine entscheidende Erhöhung der Fließgeschwindigkeit der stark verkrauteten Bode im Bereich Hohenerxleben hätten diese Maßnahmen wenig Wirkung, meint Neubauer. "Hier sind alle Verantwortlichen in der Stadtverwaltung, vom Landkreis und der Landesregierung aufgefordert, etwas zu unternehmen", fügte er an.

Michael Schnock, Gast der Ratssitzung und Betreiber des Touristenzentrums Löderburger See, verwies darauf, dass die Hochwasserzyklen immer kürzer würden. "Hier sind keine kleinen isolierten Lösungen gefragt, sondern komplexe, langfristig wirkende Lösungen erforderlich", meinte er weiter.

Anke Michaelis vom Planungsamt der Staßfurter Stadtverwaltung informierte, dass eine Arbeitsgemeinschaft bei der Landesregierung berufen wurde, welche die Vernässung aus Hoch- und Grundwasser analysieren soll. "Entsprechende Fragebögen zur Einschätzung der Situation wurden an die Betroffenen bereits ausgegeben."