Staßfurt. Gut 20 Jahre kam Karla Tassler ohne Probleme mit dem Auto in ihre Garage. Jetzt, nach dem Kanalbau in der Neuen Straße, ist das vorbei, weil im Zuge des Straßenschlusses die Bordsteinkante abgesenkt wurde. "Ich kann mir doch deshalb kein neues Auto kaufen", meint die Rentnerin etwas ratlos. Und außerdem hänge sie an dem zehn Jahre alten Audi, der, wie sie selbst zugibt, recht sportlich aufgepeppt ist.

Die Bauleute hätten ja alles versucht, um den Fußweg und die Anfahrt anzugleichen. Aber leider ging es dann wohl doch nicht mit der für die Anliegerin günstigen Variante. Eine Eisenplatte hinlegen für die Zeit der Aus- und Einfahrt, wie ihr das von Vertretern der Stadt geraten worden sei, das ginge einfach nicht. "Ich bin schließlich Rentner und werde auch nicht jünger", so Karla Tassler.

Die Stadt zeigt sich nun aber kulant. Auf Anfrage im Sachgebiet Straßenbau erklärte Gabriele Meyer: "Natürlich kann sich Frau Tassler dort was im Gossenbereich hinlegen und auch liegenlassen. Es darf aber nicht zur Stolpergefahr für Fußgänger werden und auch den Straßenverkehr nicht behindern."

Im Übrigen seien bei solchen Baumaßnahmen Zwangspunkte einzuhalten, um beispielsweise die Entwässerung zu gewährleisten. Und "ein bisschen sind Anlieger auch verpflichtet, die Übergänge zu ihren Grundstücken in solchen Fällen anzugleichen".

Auf jeden Fall sei die Stadt froh, dass in der Neuen Straße auch fahrbahnmäßig bessere Bedingungen geschaffen wurden, ohne die Anlieger dafür zur Kasse bitten zu müssen.